Wrath of Man (2021)

Wrath of Man (2021)

Cash Truck - Wrath of Man
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  3. 118 Minuten

Filmkritik: Alle guten Dinge sind vier

Schachturnier der harten Kerle.
Schachturnier der harten Kerle. © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Der wortkarge Patrick Hill (Jason Statham), von allen nur «H» genannt, heuert bei der Geldtransportfirma Fortico Securities an, die jeden Tag mehrere Millionen Dollar von A nach B chauffiert. Wegen der wertvollen Ladung kommt es immer mal wieder zu Überfällen auf die gepanzerten Fahrzeuge, wobei vor wenigen Monaten ein solcher mit drei Todesopfern endete. Aus diesem Grund müssen alle Mitarbeiter von Fortico nicht nur einen Fitnesstest, sondern auch einen Test mit Schusswaffen bestehen, bei dem sie mindestens 70 Prozent Treffsicherheit erreichen müssen. Hill besteht beide - auch wenn er bei den Zielübungen gerade knapp die 70 Prozent schafft.

«Seid lieb zu mir, oder ich sag' es Papa Clint.»
«Seid lieb zu mir, oder ich sag' es Papa Clint.» © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Es dauert nicht lange, bis Hill mit seinen Partnern Bullet (Holt McCallany) und Boy Sweat Dave (Josh Hartnett) selbst Opfer eines Überfalls wird. Doch anstatt den Dieben das Geld zu überlassen, erschiesst H jeden einzelnen von ihnen mit einer Präzision, die fast 100 Prozent erreicht. Dies bringt Bullet ins Grübeln: Wer ist dieser Patrick Hill bloss und was verschweigt er?

Wrath of Man ist düster, knallhart, actiongeladen und hat mit Jason Statham einen richtig coolen Hauptdarsteller, welcher der etwas umständlich erzählten Geschichte locker über ein paar Längen hinweghilft. Mit den Umwegen bei der Erzählung hält Regisseur und Drehbuchautor Guy Ritchie jedoch seine eigentlich ziemlich gradlinige Geschichte spannend und mysteriös («Wer genau ist dieser Patrick Hill?»). Ein starker Actionthriller, bei dessen bleihaltigem Heist-Finale richtig die Post abgeht.

Würde man den Plot von Guy Ritchies Film Wrath of Man chronologisch niederschreiben, hätte man das Skript zu einem ziemlich simplen und gradlinigen Actionthriller vor sich. Doch das könnte ja bei einer Laufzeit von zwei Stunden sehr leicht langweilig werden. Dies weiss auch Ritchie und springt bei seinem Remake des französischen Krachers Le Convoyeur wie beim Original auf der Zeitachse hin und her, um das Seherlebnis so aufzupeppen. Zusammen mit pathetisch lautenden Zwischentiteln wie «Liver Lungs Spleen Heart» wirkt das bisweilen ein bisschen aufgeblasen, doch trotzdem führt auch dieser etwas umständliche Weg zu einem zufriedenstellenden und ziemlich coolen Ganzen - besonders auch, weil wir lange nicht wissen, was es mit der mysteriösen Hauptfigur genau auf sich.

Mit seiner bereits vierten Zusammenarbeit mit Jason Statham (nach Lock, Stock and Two Smoking Barrels, Snatch. und Revolver) hat Ritchie hiermit seinen ersten richtigen «Statham-Film» gedreht - also die Art von Film, die man heute automatisch mit dem Schauspieler in Verbindung bringt. Der britische Mime ballert sich auch hier mit seiner bekannten Coolness durch eine Story, die wegen des Hauptdarstellers eigentlich fast keine Zweifel am Ausgang aufkommen lässt. Angenehm ist jedoch, wie lange die wahren Beweggründe seiner mysteriös anmutenden Figur im Dunkeln bleiben.

Ein «Good Guy» ist Stathams Patrick Hill dabei keineswegs, wie eine der Rückblenden offenbart. Er ist ein Antiheld, der überhaupt nicht zimperlich mit Menschen umgeht, die seinen Weg kreuzen - ganz ähnlich wie bei einem John Wick rennen sogar auch mal ein paar Diebe davon, als sie Hill erblicken. Dass wir als Zuschauenden trotzdem auf seiner Seite stehen, hat zum einen mit ein paar wenigen netten Taten der Figur zu tun, zum anderen mit Stathams Charisma.

Den grössten Spass gibt es dann gegen Ende hin. Die letzten vierzig Minuten drehen sich ganz um einen sauber aufgegleisten Überfall. Im Gegensatz zu anderen Heist-Filmen wie zum Beispiel Ocean's Eleven schlägt man sich jedoch wegen Statham auf die Seite der Sicherheitsleute. Wir hoffen dabei inständig, dass der grosse Coup so mächtig und furchtbar schiefläuft, wie es nur geht. Das ist äusserst erfrischend, denn normalerweise will man ja, dass die Diebe in einem solchen Szenario davonkommen. Auf diese Weise stellt der Film trotz einer etwas durchhängenden Planungsphase letzten Endes überaus zufrieden.

Aufgrund der sauber inszenierten Action und des hohen Gewaltgrades fühlt man sich zuweilen an die knallharten Actionfilme der Siebziger und Achtziger zurückerinnert. So macht Wrath of Man alle Genre-Fans glücklich, die eine härtere Gangart bevorzugen. Nach diesem bereits vierten gelungenen Film dürfen Guy Ritchie und Jason Statham von uns aus gerne noch viele weitere Male zusammenspannen. Wie gut, dass ein fünfter, bisher noch unbetitelter Agentenstreifen bereits abgedreht ist und 2022 in die Kinos kommen soll.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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Kommentare Total: 5

chepp

So ein Schmarrn. Wer einen schnell geschnittenen und rasanten klassischen Guy Ritchie Film mit harten und schrägen Figuren erwartet soll's auf jeden Fall meiden. Zu lang, zu wenig Fleisch am Knochen, öde Prahlhans-Dialoge, viel Gefolter um nix und zu amerikanisch. Vom Ritchie Style merkt man nichts. Die finalen 30min sind okay, der Rest kann in die Tonne (die besseren Szenen aus der Anfangshälfte sind alle im Trailer).

Besser mal wieder "Heat" gucken, wenn man einen wirklich guten Heistmovie mit Cash Trucks (und Rächerelementen) sehen will. Geile Action UND gute Story, so ginge das.

muri

Statham ist stets in kleineren, dreckigen und brutalen Thrillern am besten. Unter der Regie von Guy Ritchie wird er entsprechend eingesetzt. Mehr darf man nicht erwarten - aber für einen Actionabend reichts.

Schön auch, dass wir Josh Hartnett mal wieder sehen. Allerdings wird er in diesem Film total verbraten.

bloodout666

Ein guter Statham er gefällt als Rächer wie lange nicht mehr !
Super Kameraführung spitzen Action und auch die Story ist nicht schlecht ! Gefällt!!!

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