Filmkritik: Wir haben doch keine Zeit!

© NORA films

Wir alle nehmen Zeit anders wahr. Gerade im Zusammenhang mit einer unheilbaren Krankheit kann sich die Perspektive und Wahrnehmung derselben drastisch ändern. Regisseur Illingsworth beffast sich collagenartig mit Zeit, Leben und Tod. Fiktion und Realität vermischen sich. Familienvideos, ein fiktiver argentinischer Film in der Mache, ein sprechender Tumor und die Geschichte zweier Jäger werden lose zusammengeflochten.

Mit diesem Kaleidoskop an Eindrücken, der Vermischung von fiktiver Kunst und Momenten aus dem Leben werden wir Zeuge der Schicksalsverarbeitung von Regisseur Rafael Palacio Illingworth. Dies ist teilweise verwirrend, aber immer faszinierend, bewegend und visuell abwechslungsreich inszeniert. Bei einigen medizinischen Szenen hält die Kamera erbarmungslos drauf und Menschen mit gewissen Phobien dürften ihre Schwierigkeiten haben, das einfach so hinzunehmen. Ein Rausch an Bildern und wundervollen musikalischen Zwischenspielen, der zwar wenig narrative Sicherheit bietet, aber einem mit seinen skurrilen, schönen und traurigen Momenten nahegeht.

Marco Albini [ma]

2003 verfasste Marco seine erste Kritik auf OutNow und ist heute vor allem als Co-Moderator des OutCast tätig. Der leidenschaftliche «Star Wars»-Fan aus Basel gräbt gerne obskure Genrefilme aus, aber Komödien sind ihm ein Gräuel.

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