Trollhunters: Rise of the Titans (2021)

Trollhunters: Rise of the Titans (2021)

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  3. 104 Minuten

Filmkritik: Wenn das Kleingedruckte zum USP wird

Netflix
Ihre neue Frisur macht ihn nachdenklich.
Ihre neue Frisur macht ihn nachdenklich. © DreamWorks Animation 2021

Die netten Kinder von nebenan sind dazu auserwählt, die lieben Trolle vor den bösen zu schützen. Die Helden aus dem Trollhunters-Universum machen gemeinsame Sache, um einen düsteren Feind zu bekämpfen. Dieser droht, ihre Welt zu erobern. Böse Trolle dringen in die Welt von Jim ein. Er ist dank seinem Amulett, das er in Arcadia gefunden hat, zum Trolljäger auserkoren worden. Beim Angriff zerbricht dieses und Jim ist ganz besorgt, wie er nun den lieben Trollen helfen kann.

Wer schneidet die krasseste Grimasse?
Wer schneidet die krasseste Grimasse? © DreamWorks Animation 2021

Während einer Fahrt in der U-Bahn greifen die bösen Trolle an und mit ihren technischen SciFi-Gimmicks schaffen sie es, Nori, die grüne Elfe mit dem Hirschgeweih, zu entführen. Die Situation scheint ausweglos. Jim und seine Freunde lassen die Köpfe hängen, aber dank der Unterstützung aus den verschiedenen Welten besinnen sie sich auf ihren Kampfgeist und stellen sich dem Duell mit den riesengrossen bösen Trollen. Was sie ihnen wohl entgegenzusetzen haben?

Der epische Kampf der guten Trolle mit den netten Kindern von nebenan gegen die bösen Trolle ist technisch einwandfrei inszenierte Langeweile. Die Story ist bar jeden roten Fadens und die lächerlichen Dialoge setzen noch einen drauf. Es ist ja ganz nett, was heute in Sachen Animationsfilm alles möglich ist, aber ohne Geschichte und halbwegs vernünftige Dialoge bringt es herzlich wenig.

Das Kleingedruckte kann ganz schön fies sein. Wenn Netflix eine neue Produktion mit dem Label «von Guillermo del Toro» anpreist, klingt das sehr vielversprechend. Wenn der Filmemacher nur die Buchvorlage dazu geliefert hat und lediglich als ausführender Produzent an Bord war, ist das jedoch ein Etikettenschwindel. Schon eine Handvoll gute Ideen aus der Feder des Mexikaners hätte dem Film sehr gut getan.

Immerhin: Die Produzenten sind bemüht, die Zuschauer nicht zu erschrecken. Am Anfang kommt ein spannender Einblender. Lichtempfindliche Menschen werden vor den stroboskopischen Effekten des Films gewarnt. Die Spezialeffekte sind opulent, aber ansonsten fält beim besten Willen nichts auf, das in Sachen Licht irgendwie anstrengend gewesen wäre.

Ich musste mir am Ende eingestehen, dass ich den Film nach einmal schauen noch nicht begriffen hatte. Nach zwei Mal schauen wäre das Resultat jedoch das gleiche, denn es gibt keine Zusammenhänge zu verstehen. Einige Elemente aus den Vorgängerfilmen und den TV-Serien zu den Trolljägern wurden ziemlich beliebig irgendwie zusammengeschustert.

Wenn eine Mutter ihrem Sohn sagt, dass er der Sohn seiner Mutter sei, klingt das nur anstrengend. Das «kreative» Team hinter dem Film war aber auch bemüht, einige Gags einzustreuen, die sich jedoch als besonders anstrengend und an den Haaren herbeigezogen herausstellen. Ein Kuss zwischen Mann und Frau führt zur unbefleckten Empfängnis des Mannes und taucht im Film immer wieder als Motiv auf. Das trifft die fast grenzenlose Absurdität dieses Filmes auf den Punkt.

Giancarlo Schwendener [gia]

Giancarlo ist James Bond 15 Jahre lang auf Augenhöhe begegnet. Mit dem Abgang von Daniel Craig ist damit vorerst Schluss. Er liebt die grosse Anzahl an tollen Filmen, aber die Fab Five stehen für ihn eine Stufe höher: Sergio Leone, Marlon Brando, Robert De Niro, Sean Connery und Quentin Tarantino.

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