Thunder Force (2021)

Thunder Force (2021)

  1. ,

Filmkritik: You belong to the City!

Netflix
Dummerchen beim Zahni?
Dummerchen beim Zahni? © Netflix

Seit ihrer Kindheit sind Emily (Octavia Spencer) und Lydia (Melissa McCarthy) die besten Freundinnen. Als sich eine aber für eine Karriere in der Wissenschaft entschied und das Leben der anderen aus Partys und Bier bestand, trennten sich die zwei jungen Frauen. Nun, zum Klassentreffen, haben sie wieder Kontakt aufgenommen und wollen sich treffen. Lydia macht sich auf den Weg ins Gebäude, in dem Emily Untersuchungen und Experimente macht, um eine Möglichkeit zu entwickeln, die bösen Mutanten, die «Miscreants», in Schach zu halten, welche die Stadt terrorisieren. Seit vor Jahren eine interkosmische Strahlung die Erde traf, haben sich diese Mutationen vermehrt und Kreaturen geschaffen, die mit speziellen Fähigkeiten für Unruhe sorgen.

Endlich mal obenauf!
Endlich mal obenauf! © Netflix

Trampel Lydia weiss natürlich auch im Labor nichts Besseres zu tun, als jeden Knopf zu drücken und alle Schalter umzudrehen. Deshalb überrascht es nicht, dass sie sich in einen Stuhl setzt und plötzlich eine Apparatur in Gang setzt, welche ihr ein Superserum spritzt. Sie wird damit übermenschlich kräftig, während Emily selber nun die «andere» Möglichkeit ausprobieren muss und fortan die Gabe hat, sich unsichbar zu machen. Gemeinsam wollen sie als «Thunder Force» Jagd auf die Miscreants machen, von denen Laser (Pom Klementieff) und Crab-Man (Jason Bateman) sich bald zeigen. Und was hat der Kandidat fürs Bürgermeisteramt, «The King» (Bobby Cannavale) mit alldem zu tun? Das werden die unerfahrenen Superheldinnen noch früh genug merken.

Thunder Force ist einer dieser Filme, die «Flop» schreien, die man dann aber doch schaut. Diese wahrscheinlich recht teure Produktion vermag weder mit Story noch mit Effekten oder Humor zu punkten, sondern entpuppt sich als Quatsch der schlimmeren Art. Nicht dass Melissa McCarthy alleine schon nervig genug wäre, aber in einer solch miesen Geschichte ist es schon fast eine Heldentat, sich den ganzen Film anzuschauen.

Melissa McCarthy ist Hollywoods Ulknudel. Filme wie Bridesmaids und Spy haben diesen Ruf zementiert. Wenn sie allerdings nach den Regieanweisungen ihres Gatten Ben Falcone agieren muss, kommt meist Quatsch heraus. Siehe Tammy oder The Boss. In Thunder Force nimmt das Paar jetzt einen nächsten Anlauf, und Falcone versteht es weiterhin nicht, seine (immerhin schon für zwei Oscars nomierte) Ehefrau so in Szene zu setzen, dass dabei etwas Brauchbares rauskommt. Thunder Force ist nämlich Quark pur, zeigt plumpen Witz und eine Story, die lachhaft umgesetzt ist.

Zusammen mit der für The Help mit einem Oscar belohnten Octavia Spencer gibt uns McCarthy in Thunder Force ein schlechtes Abziehbild eine Superheldin. Das Auftreten, die Dialoge, die verhunzten Effekte und die unterforderten Darsteller ergeben einen Film, der krampfhaft versucht, witzig zu sein, es aber nur in einer Handvoll Momenten schafft. Die beste Szene ist dabei ein Abendessen mit McCarthy und «Crab-Man» Bateman, das zwar nicht enden will, aber so sinnfreie Dialoge bietet, dass wenigstens ein kleines Schmunzeln über die Lippen der Zuschauer kommt. Ansonsten aber ist Thunder Force schlichtweg nicht lustig.

Selbst die Nebenfiguren wie Bobby Cannavale oder der erwähnte Jason Bateman kommen über den Status von Stichwortgebern kaum hinaus. Dass ihre Charaktere entsprechend ausgearbeitet oder gar interessant sind, darf man sich bitte gar nicht erst erhoffen. Gleiches gilt für Octavia Spencer, von der wir gerne wissen würden, welcher Teufel sie geritten hat, in einer solchen Produktion mit von der Partie zu sein. Die Bezahlung allein dürfte es nicht gewesen sein. Oder doch?

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. facebook
  5. Instagram
  6. Website