Those Who Wish Me Dead (2021)

Those Who Wish Me Dead (2021)

They Want Me Dead
  1. , ,
  2. ,
  3. 100 Minuten

Filmkritik: Montana on Fire - Frauen allein im Wald

Traumatisierte Traumfrau.
Traumatisierte Traumfrau. © 2021 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved

In den weiten Wälder Montanas kuriert die Feuerwehrfrau Hannah (Angelina Jolie) eine depressive Phase aus. Sie konnte im Einsatz den tragischen Tod dreier Jungs nicht verhindern und verarbeitet ihre Lebenskrise nun allein auf einer Hochwacht im Nirgendwo. Bis der Primarschüler Connor (Finn Little) sich zu ihr durchkämpft auf der Flucht vor zwei skrupellosen Gangstern.

Little Finger's everywhere.
Little Finger's everywhere. © 2021 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved

Die Killer Jack (Aidan Gillen) und Patrick (Nicholas Hoult) haben Connors Vater getötet und schrecken vor wenig zurück, um auch den einzigen Zeugen des Mordes zu eliminieren. Sie gehen sogar so weit, ganze Wälder in Brand zu setzen, um zu ihren Zielen zu gelangen. Dabei haben Sie aber nicht mit den Mutter- und Überlebensinstinkten von Hannah gerechnet.

Sicario-Drehbuchautor Taylor Sheridan erschafft in seinem zweiten Film als Regisseur ein Angelina-Jolie-Vehikel mit dem finöggeligen Hollywood-Star als Überlebenskünstlerin. Obwohl Jolie auch schon zweimal die Gamer-Granate Lara Croft verkörperte, wirkt sie als kerniges Naturmädel fehlbesetzt in dem brachial-brutalen Waldfilm, bei dem die starken Figuren alle weiblich sind und durch die Hölle müssen - praktisch und im übertragenen Sinne.

Taylor Sheridan schreibt Drehbücher (Sicario, Hell or High Water) gerne konträr zu den Gepflogenheiten. Als Regisseur kann er nun auch gegen Sehgewohnheiten casten. Angelina Jolie spielte eine fluchende Smoke-Jumperin. Das sind Feuerwehrleute, die sich per Fallschirm auf Brandherde niederstürzen. Und Medina Senghore ist als PoC weit weg vom blonden Hausfrauchen, das den Sheriff sonst jeweils anschmachtet in Western.

Jolie überlebt als Hannah Stürze aus der Höhe. Sie pflegt körperliche Wunden selber, kann Blitzen ausweichen und Feuersbrünste überstehen. Sie ist ein Übermensch, aber mit Psycho-Knacks. Sie nuckelt zwar gern mit den Jungs an einer Bierflasche, lebt aber trotz Dienstpflicht in einer Männerdomäne nach dem Prinzip: kein Sex mit Personen, die in den Wald kacken. Die Figur ist ein bisschen wie der Feuerwehrmann bei den Village People. Korrekt kostümiert, aber doch eher tauglich bei Party- statt Feueralarm.

Auch Medina Senghore wird als schwangere «Damsel in Distress» malträtiert, weiss sich aber auch ohne Männerhilfe zu wehren. Vor allem gegen die zwei ultra-effizienten Gangster, die sich im Film ständig neu verkleiden, um ihre Opfer zu täuschen. Aidan Gillen lebt den bösen Petyr Baelish aus Game of Thrones in sich aus, während Nicholas Hoult die zweite Maschinenpistole hält.

Sheridan kommt nicht nur ungewohnt flott in den Plot. Er lässt neben langwierigen Expositionen auch die Männer aussen vor. Ein Sheriff (The Walking Dead-Star Jon Bernthal) spielt am Rande eine Rolle. Und der Connor-Kinder-Darsteller Finn Little ist eigentlich nur ein Fleisch gewordener McGuffin. Angelina Jolie hat die tough konnotierte Hauptrolle und steht ohne Sentimentalität ihren Mann. Einfach viel zu etepetete für eine Frau allein im Wald.

Roland Meier [rm]

Roland sammelt 3D-Blu-rays, weil da die Publikationen überschaubar stagnieren, und kämpft im Gegenzug des Öfteren mit der Grenze der Speicherkapazität für Aufnahmen bei Swisscom blue TV. 1200 Stunden Film und Fernsehen ständig griffbereit sind ihm einfach nicht genug.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. Twitter

Kommentare Total: 2

muri

Unglaublich langweilig und spannungsarm. Der Jolie nimmt man den Charakter keine Sekunde ab. Ein paar gute Sequenzen, witzigerweise allesamt mit den zwei Killern, machen noch keinen guten Film. Lohnt sich nicht.

rm

Filmkritik: Montana on Fire - Frauen allein im Wald

Kommentar schreiben