Swan Song (2021/I)

Swan Song (2021/I)

Schwanengesang
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  2. 116 Minuten

Filmkritik: Copy and Paste

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Wer bin ich und wenn ja wie viele?
Wer bin ich und wenn ja wie viele? © 2021 Apple Inc. All rights reserved.

Cameron Turner (Mahershala Ali) ist todkrank. Er verheimlicht dies vor seiner Frau Poppy (Naomie Harris) und seinem Sohn Cory. Da er seine Familie nicht alleine zurücklassen will, entschliesst er sich dazu, Dr. Jo Scott (Glenn Close) zu kontaktieren, um einen Klon von sich herstellen zu lassen. Nach ersten Gesprächen entscheidet sich Cameron dagegen, sich klonen zu lassen.

Die zurückgelassenen echten Cameron und Kate
Die zurückgelassenen echten Cameron und Kate © 2021 Apple Inc. All rights reserved.

Doch nach einigen Tagen Bedenkzeit, wohl auch, da seine Frau mit dem zweiten Kind schwanger ist, gibt er schlussendlich Dr. Scott sein Einverständnis. Er ist erst der dritte Mensch, der sich von Dr. Scott klonen lässt. Eine der ersten beiden von ihr geklonten Menschen ist Kate (Awkwafina), eine Immobilienmaklerin. Er besucht den Kate-Klon in ihrem Büro und berichtet dann der «echten» Kate von seinem Treffen. In einer sechsstündigen Prozedur werden schlussendlich die Erinnerungen von Cameron auf seinen Klon namens Jack übertragen.

Swan Song ist ein sehr ruhig erzähltes SciFi-Drama. Der Film hat zwar ein paar Minuten Längen in seinen knapp 120 Minuten, ist aber mit ausgezeichneten schauspielerischen Leistungen gesegnet. Er ist sehr herzergreifend inszeniert und wirft mit dem Thema natürlich die ganz grossen ethischen Fragen auf.

Mit Swan Song hat sich Regisseur und Drehbuchautor Benjamin Cleary in seinem ersten Spielfilm gleich einem grossen Thema angenommen. Bisher hat er lediglich ein paar Kurzfilme inszeniert.

Der Film wirft nämlich ein paar ethische Fragen auf. Unter anderem: Ist es vertretbar, sich klonen zu lassen, und dann erst noch ohne Wissen der eigenen Familie? Und was macht ein Individuum eigentlich aus? Trotz einiger Gadgets wie Kontaktlinsen mit integrierten Kameras und futuristischen Autos ist der Film dann aber doch mehr Drama als SciFi-Film.

Nicht unerwähnt dürfen die schauspielerischen Leistungen bleiben. Ali (Green Book), Glenn Close und Harris (No Time To Die) spielen sehr, sehr gut. Schade nur, dass Awkwafina (The Farewell) so wenig Screentime bekommen hat, sie hat dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Neben der Tatsache, dass die aufgeführten Schauspieler und Schauspielerinnen alle auch Part des MCU sind, haben Ali und Harris bereits im Oscar-prämierten Film Moonlight gemeinsam vor der Kamera gestanden.

Ein paar kleine Schwächen im Film sind die sich teils in Rückblenden wiederholenden Szenen, die den Film ein wenig in die Länge ziehen. Auch der Sound ist manchmal ein wenig nervig. Aber das sind angesichts der Thematik, der Story und der Darsteller und Darstellerinnen vernachlässigbare Punkte.

Ansonsten ist Swan Song ein sehr gelungener Film, der mit dem Thema sorgfältig umgeht. Ein äusserst ruhiger Film, der an die Nieren geht.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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