Stay Close (2021)

Stay Close (2021 / Serie)

Wer einmal lügt
  1. , ,
  2. 375 Minuten

Serien-Review: Pinocchio-Treffen

Netflix
Ich seh' etwas nicht, dass Du auch nicht siehst
Ich seh' etwas nicht, dass Du auch nicht siehst © Studio / Produzent

Vor 17 Jahren ist Stewart Green (Rod Hunt) verschwunden. Nun scheint das gleiche mit Carlton Flynn (Connor Calland) passiert zu sein. Am gleichen Ort und am gleichen Datum. Polizist Michael Broome (James Nesbitt) kümmert sich um die Ermittlungen. Der alte Fall von Stewart Green ist der einzige Fall in seiner Karriere, den er nie lösen konnte.

Pinky and the Brain
Pinky and the Brain © Studio / Produzent

Megan Pierce (Cush Jumbo) kommt nach ihrem Junggesellinnen-Abschied nach Hause, und vor dem Haus steht eine Flasche, mit dem Namen «Cassie» beschriftet. Als sie dann bei einem Tennisturnier ihrer Tochter Lorraine Griggs (Sarah Parish) entdeckt, wird ihr bewusst, dass sie ihre eigene Vergangenheit einholt. Und auch der vor 17 Jahren verschwundene Stewart Green gehört dazu. Ray Levine (Richard Armitage), einst ein vielversprechender Dokumentarfotograf, hat zudem bei seinen Fotos Hinweise auf das Verschwinden von Carlton Flynn entdeckt.

Die Miniserie Stay Close baut sehr schnell Spannung auf und hält diese bis zum Ende aufrecht. Die Charaktere sind durchs Band toll. Die Folterszenen, die ein paar wenige Male vorkommen, finden grösstenteils abseits der Kamera statt, das End-Resultat sieht man dann aber meistens. Die Serie wird, gestartet auf gutem Niveau, von Episode zu Episode besser und spannender. Und die letzten zwei, drei Episoden der insgesamt acht werden dann noch richtig emotional.

Stay Close lebt von seinen Charakteren. Schauspielerisch hervorzuheben gilt es sicher Eddie Izard, der den drogenabhängigen Anwalt Harry Sutton spielt, und die Stripclub-Besitzerin Lorraine, gespielt von Sarah Parrish. Auch das Ermittler-Duo Erin und Michael funktioniert toll, das in der Vergangenheit offenbar verheiratet war. Dazu zwei Charaktere, die direkt der Serie The Umbrella Academy oder auch einem Sequel von Funny Games U.S. entsprungen sein könnten. Daneben gibt es noch viele weitere Charakterkombinationen, die für sich alleine schon sehr gut funktionieren. Dank der acht Episoden, die zwischen 40 und 55 Minuten dauern, ist die Serie dennoch nicht überfrachtet, sondern gibt jedem Charakter genügend Screentime.

Im weiteren wird bei einem der Charaktere auch noch eine schwere Krankheit festgestellt und eine ungewöhnliche, tragische Liebesgeschichte nimmt auch noch seinen Lauf. Diese ganze Melange macht die Serie sehr fesselnd, und teilweise macht die Serie auch einiges unkonventionell.

Stay Close basiert auf dem gleichnamigen Roman von Harlan Coben. 2018 hat Coben einen exklusiven Fünfjahresvertrag mit Netflix unterzeichnet, Infolgedessen wird Coben 14 seiner Bücher als Serie produzieren. Bereits auf Netflix erschienen sind die Serien «Safe», «Das Grab im Wald» und «Ich schweige für Dich». Folgen also noch zehn weitere Serien, die auf Vorlagen von Coben basieren. Sind diese alle nur annähernd so spannend wie Stay Close lohnt es sicher, auch mal in diese reinzuschauen. Stay Close ein echtes Highlight!

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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