Spirit Untamed (2021)

Spirit Untamed (2021)

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  2. 87 Minuten

Filmkritik: Ride like the Wind!

Wo ist Robert Redford, wenn man ihn braucht?
Wo ist Robert Redford, wenn man ihn braucht? © Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Die kleine Lucky Prescott zieht von der grossen Stadt ins ländliche Mirado, wo sie schon bald eine kleine Ranch entdeckt. Dort lernt sie den wilden Mustang Spirit kennen, der sich einfach nicht zähmen lassen möchte. Viele haben es versucht und sind gescheitert, doch Lucky scheint einen speziellen Draht zu diesem Tier zu haben. Eigentlich nicht verwunderlich, war ihre Mutter doch eine talentierte Pferde-Artistin.

Die glorreichen Drei
Die glorreichen Drei © Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Nach und nach entsteht eine Freundschaft zwischen Lucky und Spirit und die beiden sind unzertrennlich. Bald muss Lucky aber feststellen, dass Spirits Freunde wild lebende Pferde sind, zu welchen er zurückkehren möchte. Doch auch diese sind der Gefahr ausgesetzt, in Gefangenschaft zu geraten.

Spirit: Untamed bietet sehr einfach gestricktes und kindgerechtes Abenteuer und verzichtet auf unnötigen Schnicknack. Das klassische Storytelling passt dann aber nicht mit dem modernen, aber etwas lieblosen Animationsstil zusammen. Die Texturen sind schön gemacht, doch Umgebungen und gewisse Bewegungsabläufe haben sichtlich unter dem niedrigen Budget gelitten. Das Zielpublikum dürfte dies aber kaum interessieren.

2002 brachte DreamWorks den 2D-Trickfilm-Western Spirit: Stallion of the Cimmaron in die Kinos. Begleitet von einem wuchtigen Hans Zimmer-Score und einer Fülle von Bryan Adams-Ohrwürmern bot der Film spannende Unterhaltung. Die Titelfigur des wilden Hengsts wurde 2017 dann für eine Netflixserie wiederbelebt, wo er in 75 Folgen neue Abenteuer erleben durfte. Die erste Folge dieser erfolgreichen Serie wurde nun mit Spirit: Untamed als abendfüllender CGI-Film adaptiert.

Man braucht kein geschultes Auge, um zu erkennen, dass hier Geld gespart wurde. Die Animation ist rudimentär und der Ennio Morricone nachempfundene Score ist weitaus unspektakulärer als Zimmers Original. Die Story, die erzählt wird, ist denkbar einfach und gewinnt erst kurz nach der Hälfte an Fahrt. Ohne Vorweisen der TV-Serie bleiben die Figuren der tapferen Mädchen sehr oberflächlich, entsprechen aber den gängigen Schemata.

Bis auf wenige Slapstickmomente mit den total überzeichneten Bösewichten ist Spirit: Untamed wie der Film von 2002 überraschend humorlos und setzt den Fokus mehr auf Abenteuer als auf Pointen und Referenzen. Die Rettungsmission, die das Finale einleitet, bietet etwas Raum für Actionsequenzen, die aber enttäuschend unspektakulär und ideenlos ausfallen.

Marco Albini [ma]

2003 verfasste Marco seine erste Kritik auf OutNow und ist heute vor allem als Co-Moderator des OutCast tätig. Der leidenschaftliche «Star Wars»-Fan aus Basel gräbt gerne obskure Genrefilme aus, aber Komödien sind ihm ein Gräuel.

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