Spider-Man: No Way Home (2021)

Spider-Man: No Way Home (2021)

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  3. 148 Minuten

Filmkritik: Spidey gegen das Multiversum

Das ist doch zum Aus-der-Haut-Fahren!
Das ist doch zum Aus-der-Haut-Fahren! © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Peter Parkers (Tom Holland) Leben wurde völlig auf den Kopf gestellt, seit Internet-Moderator und Verschwörungstheoretiker J. Jonah Jameson (J.K. Simmons) der Welt verkündet hat, dass er Spider-Man sei. Wegen dem Drohnenvorfall in London ist Peter nun im Visier des FBI und überall wird er von Menschenmassen umringt, die den neusten Klatsch über ihn erfahren wollen. Die Meinung der Öffentlichkeit ist dabei gespalten: Die einen sehen ihn als Helden, die anderen als gefährlichen Verbrecher, den man stoppen sollte.

«Ein Ring sie zu knechten ...»
«Ein Ring sie zu knechten ...» © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Als sogar die schulische Zukunft seines Kumpels Ned (Jacob Batalon) und seiner Freundin MJ (Zendaya) in Gefahr gerät, sucht Peter Doctor Strange (Benedict Cumberbatch) auf und bittet diesen darum, mit einem Zauber alle Leute vergessen zu lassen, dass er Spider-Man ist. Doch bei dem Zauber geht etwas schief und plötzlich tauchen Schurken aus anderen Universen auf, die in ihren Welten gegen Spider-Man gekämpft haben. Natürlich will Peter alles daran setzen, um das von ihm angerichtete Chaos wieder rückgängig zu machen. Allerdings sind er und Doctor Strange sich überhaupt nicht einig darüber, wie die Schurken wieder in ihre Welten zurückbefördert werden sollen.

Tom Hollands insgesamt sechster Auftritt als liebenswerter Wandkrabbler bietet erwartungsgemäss spektakuläre Bilder, berührende Momente und ein Feuerwerk an Actionsequenzen. Trotz oder vielleicht sogar wegen einer ganzen Reihe an Darstellern aus früheren Spidey-Filmen schafft Spider-Man: No Way Home sozusagen die Quadratur des (Superhelden-)Kreises, indem er die gesamte Spidey-Filmreihe Revue passieren lässt und dabei doch nicht das menschliche Zentrum der Handlung vergisst. Der neunte Spider-Man-Kinofilm ist optisch und emotional schlicht eine Wucht und trifft mit Witz und einer berührenden Story mitten ins Herz.

Spider-Man: No Way Home schliesst direkt an den Vorgängerfilm Spider-Man: Far From Home an und zeigt die Auswirkungen von Spider-Mans «Outing». Wir erinnern uns: In einer Abspannszene trat überraschend J.K. Simmons als J. Jonah Jameson auf, der in seiner Internet-Schwurbler-Show der ganzen Welt Spider-Mans Geheimidentität verraten hat. Damit kehrte Simmons in seine alte Rolle des ewig wetternden Sensationsjournalisten zurück, die er in den von Sam Raimi inszenierten Spider-Man-Filmen berühmt gemacht hatte. Freilich ist Simmons nicht der einzige Darsteller aus den Zeiten vor dem MCU, mit dem es ein Wiedersehen gibt. Im Vorfeld hatte es unzählige Spekulationen darüber gegeben, welche Darsteller erneut in ihre Schurken- beziehungsweise Heldenkostüme schlüpfen würden (welche hier natürlich nicht verraten werden).

Im insgesamt achten Live-Action-Film mit Spider-Man in der Hauptrolle wimmelt es nur so von alten Bekannten - und ja, die Kenntnis aller bisheriger Spidey-Filme ist zum Verständnis des Filmes durchaus von Vorteil. Waren zu viele Figuren in der Vergangenheit noch eine deutliche Schwäche - war doch beispielsweise Spider-Man 3 mit Handlungssträngen und Bösewichten völlig überladen - kann No Way Home das durch das Multiversum ermöglichte Wiedersehen mit diesen Figuren deutlich zu seinem Vorteil nutzen.

So ist es sogar eine Stärke des Films, dass nicht einfach der Nostalgie gefrönt wird und bekannte Szenarien mehr oder weniger offensichtlich nachgestellt werden. Vielmehr bildet der Film eine Art Abschluss für die gesamte bisherige Spider-Man-Filmreihe, entwirft spannende Was-wäre-Wenn-Szenarien, vergisst dabei aber inmitten all des Spektakels nie das menschliche Zentrum der Geschichte. Denn letztlich geht es um Peter Parker, den netten Jungen aus Queens, der nichts sehnlicher will, als ein normales Leben zu führen und seinen Mitmenschen zu helfen. Tom Holland schafft es erneut ganz wunderbar, diese Schlüsselrolle mit seinem unglaublichen Charme und seiner jugendlichen Unschuld auf die Leinwand zu bannen.

Spider-Man: No Way Home geht sagenhafte 148 Minuten lang, wirkt aber kaum überladen, sondern erzählt eine packende, teilweise richtig ans Herz gehende Geschichte, welche fast die gesamte bisherige Filmreihe referenziert, ohne dass es sich wie eine Clipshow anfühlt. Klar, einige Momente sind gesucht witzig und der eine oder andere Spidey-In-Joke riecht schon etwas zu sehr nach Fan-Service. Das ist jedoch Kritik auf sehr hohem Niveau, denn letztlich ist der Film ganz einfach eine atemberaubende filmische Achterbahnfahrt, die für Lacher und vielleicht sogar ein paar Tränchen sorgt - und absolut Lust auf mehr macht.

Petra Schrackmann [pps]

Petra arbeitet seit 2007 für OutNow und haut auch für Lektorat und Listicles in die Tasten. Als Genrefan verbringt sie ihre Film- und Serienabende lieber mit Zombies, Hobbits oder RVAGs als mit Rom-Coms. Als Leseratte ist sie fasziniert von Comic- und Buchverfilmungen (sogar den schlechten!).

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Kommentare Total: 11

db

Über Spider-Man: No Way Home kann man vieles sagen. Viel Fanservice, Wiedergutmachung der verschwurbelten Sam Raimi Spinnen-Filme oder das Resultat, wenn man sich in eine Ecke schreibt. Vieles ist wohl war, denn die Handlung ist sehr konstruiert und wie es schien, wollten sie einfach so viele Cameos wie möglich in den Film packen.

Aber letztendlich sind genau die Cameos welche bei Doctor Strange in the Multiverse of Madness gefehlt haben und irgendwie schafft es No Way Home sogar, die verschiedenen Handlungsbogen relativ gut abzuschliessen und sogar den einzelnen Gegner noch einige Sympathiepunkte zukommen zu lassen.

No Way Home bleibt jedoch auch ein Teenager Streifen. Der 5 Jahr Blib wird dezent umschifft und bis auf eine Erwähnung kaum wirklich beachtet. Aus möglichen Konsequenzen für Peter windet sich No Way Home mit dem Ende ebenfalls raus und Jacob Batalon als der Nerd-Freund Ned Leeds hat immer noch zu viel Screentime. Tom Holland und Zendaya bleiben jedoch das Herz des Films und man merkt auch deutlich wie die beiden als Schauspieler gewachsen sind.

Fazit: Selbst, wenn der Film arg konstruiert daherkommt, hat er genau das geschafft, was viele der neusten Marvel Filme nicht mehr geschafft haben. Man interessiert sich für die einzelnen Figuren, man will wissen, wie sich Spider-Man aus dem Dilemma kämpft und das Ende hat einen Impact. Das kommt wohl auch daher, dass sie die Figuren mit Respekt behandeln, ihnen auch eine Entwicklung geben und die Handlung auch gut abschliessen. Von dem her, gute Arbeit und es wird sehr interessant, in welche Richtung die nächsten Spider-Man gehen, denn basierend auf dem Ende ist die Teenager-Phase abgeschlossen.

BeautifulDay

Hach das war herrlich gestern! Mitunter die beste Marvel-Verfilmung bisher! Und als da plötzlich Tobey Maguire auf der Matte stand, hatte ich echt eine Träne in den Augen :') Für mich noch immer der BESTE Spider-Man aller Zeiten. Ich habe mir den Film in 4DX angeschaut (mein erstes Mal) und bei den Kampfszenen hat das richtig gut geklappt und man fühlte sich wie in die Handlung integriert! Das hat Spass gemacht und der Film war trotz seiner Länge zu keiner Zeit langatmig. Ich habe glaube ich nach 2h zum ersten Mal auf die Uhr geschaut und war überrascht, dass die Zeit so schnell vergangen ist. Spannend bis zum Schluss. Absolut empfehlenswert!

Fun Fact: Man weiss immer ganz genau wer spontaner Marvel-Film-Zuschauer und wer eingefleischter Marvel-Film-Fan ist denn Erstere sind direkt am Ende des Films aufgestanden und gegangen. Wir anderen blieben ordnungsgemäss sitzen :D

jaydo

THE MORE FUN STUFF hiessen früher auf Blu Ray Deleted scenes. Eher langweilige Szenen wurden hinzugefügt, nicht wircklich MORE FUN

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