Sing 2 (2021)

Sing 2 (2021)

Sing - Die Show deines Lebens
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  3. 112 Minuten

Filmkritik: City of Stars

The Show Must Go On!
The Show Must Go On! © Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Koala Buster Moon hat es geschafft: Mit seinen tierischen Freundinnen und Freunden hat er ein mitreissendes Musical auf die Beine gestellt, welches das Publikum im kleinen Moon Theater zu begeistern vermag. Doch Buster ist ein Showman, der immer nach noch mehr strebt. Er träumt von der grössten Bühnenshow, die es gegeben hat. Umsetzen möchte er diese im riesigen Crystal Tower Theater in der glitzernden Grossstadt Redshore City. Doch dafür muss den Musikmogul-Wolf Jimmy Crystal überzeugen, der entscheidet, was bei ihm auf die Bühne kommt und was nicht.

Kein reines Affentheater
Kein reines Affentheater © Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Mit dem Versprechen, dass die völlig von der Bildfläche verschwundene Rocklegende Clay Calloway in seiner Show auftreten wird, erhält Buster überraschend den Zuschlag. Nur blöd, dass er Calloway gar nicht kennt. Doch dies ist nicht das einzige Problem, das der völlig überfordernd scheinende Koala und sein Cast bis zur grossen Premiere aus dem Weg räumen müssen.

Passend zu der vielen Musik im Film covert Sing 2 in gewisser Weise einzelne Elemente des Erstlings - wie die Selbstzweifel einzelner Figuren. Doch dank eines überzeugenden Bösewichts und einer völlig neuen Grossstadt-Location bietet diese Fortsetzung trotzdem genug Tempo und Schauwerte, um für knapp 90 Minuten anständig zu unterhalten.

Die Rechnung war simpel und ging dann auch wunderbar auf: Herzige Tierli + bekannte Musikhits = Box-Office-Erfolg. Wirklich innovativ war das nicht gerade, was Regisseur Garth Jennings (The Hitchhiker's Guide to the Galaxy) und die Animatoren von Illumination Entertainment (Minions, Pets) 2016 mit Sing erschaffen haben. Doch amüsant anzusehen war diese Casting-Show mit Tieren mit ihren so menschlichen Problemen aber schon.

Für die obligatorische Fortsetzung mussten sich die Macher nun aber etwas Neues einfallen lassen. Nochmals die gleichen Figuren mit neuen Selbstzweifeln zu zeigen, wäre etwas gar billig. Zwar müssen sich Jennings und Co. den Vorwurf gefallen lassen, dass sie bei einigen Charakteren genau das gemacht haben. Aber die neu hinzugefügten Elemente funktionieren dermassen gut, dass sie diese Negativpunkte wettzumachen vermögen.

Denn der grösste Feind von Buster Moon und Co. sind nicht ihre eigenen Dämonen und Erwartungen, sondern ein weisser Wolf, der sie bei einem Misserfolg aus dem Fenster eines Hochhauses werfen wird. Diesem zweiten Teil tut der in der Originalfassung von Bobby Cannavale gesprochene Antagonist gut, denn er bringt das Element der Spannung und damit verbundene Actionszenen mit sich. Das freut Erwachsene, denen herzige Tiere und gutgemeinte Botschaften etwas zu wenig sein könnte. Auch der neue Schauplatz, die Grossstadt Redshore City, gibt visuell einiges her, wobei es auch einiges im Hintergrund zu entdecken gibt. Rein vom Design und den Ideen her kommt das aber nicht an Disneys Zootopia heran. Für das ist alles zu sehr nach menschlichem und nicht nach tierischem Vorbild «gebaut».

Ansonsten wird wieder auf Bewährtes gesetzt. Hits von Elton John, Billie Eilish, Eminem und weiteren Musikstars sind mal in der Originalfassung, mal in einer tierischen Coverversion zu hören, wobei U2-Sänger Bono auch noch einen wichtigen Auftritt hat und so den Hit «I Still Haven't Found What I Was Looking for» zum Besten geben darf. Schade, dass die Hintergrundgeschichte seines Löwen nicht wirklich in die Tiefe geht und vieles einfach reine Behauptung bleibt. Aber letzten Endes liegt der Fokus auf den jungen Fans und die werden auch bei diesem Streifen ihre Freude habe. Es ist eine Fortsetzung auf dem Niveau des Erstlings: nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Chris Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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