Die Schule der magischen Tiere (2021)

Die Schule der magischen Tiere (2021)

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  3. 93 Minuten

Filmkritik: Oberklau trifft Füchslein Oberschlau

«Oh wow, ein Abfallkübel! Wie toll!»
«Oh wow, ein Abfallkübel! Wie toll!» © Filmcoopi

Ida Kronenberg (Emilia Maier) zieht in eine neue Stadt, wo ihre Mutter Elvira (Marleen Lohse) einen Friseurladen eröffnet. Der Rotschopf wird von den Kids in der Schule alles andere als herzlich willkommen geheissen; nur der tollpatschige Aussenseiter Benni Schubert (Leonard Conrads) ist nett zu Ida. Auch die Lehrerin Mary Cornfield (Nadja Uhl) stösst neu zur Klasse und verrät den Kids ein Geheimnis: Sie alle sind jetzt eine magische Gemeinschaft und werden, wenn sie sich an den Ehrencodex halten, aus der Magischen Zoohandlung von Frau Cornfields Bruder Mortimer Morrison (Milan Peschel) ein ganz besonderes sprechendes Tier bekommen.

Geschwister im Tier-Business
Geschwister im Tier-Business © Filmcoopi

Die ersten magischen Tiere bekommen ausgerechnet Ida und Benni: Benni die breakdancende Schildkröte Henrietta (Stimme: Katharina Thalbach), Ida den cleveren Fuchs Rabbat (Stimme: Max von der Groeben). Plötzlich ist Ida beliebt und wird sogar vom Schulschönling Jo (Loris Sichrovsky) beachtet, weshalb sie Benni links liegen lässt. Als sie aber beschuldigt wird, der Oberklau zu sein, der unter anderem die Schuluhr gestohlen hat, wollen Ida und Rabbat den Dieb entlarven. Dafür müssen sie aber Schuldirektor Siegmann (Justus von Dohnányi) und dessen Handlanger entwischen.

Da steppt die Schildkröte! Mit ordentlichem Jö-Faktor, gut gemachten Animationen und eingängigen Songs zaubert sich Die Schule der magischen Tiere mühelos in die Herzen der jungen Zuschauer. Ja, das Rätsel um den «Oberklau» ist nicht besonders komplex und es passiert in diesem ersten Film noch nicht wirklich viel. Punkten kann das magische Filmabenteuer insbesondere durch die sympathischen Jungdarsteller sowie die rundum gelungenen Tierfiguren, die frech gesprochenen sind und ziemlich niedlich, aber auch erstaunlich realistisch animiert wurden.

Seit 2013 veröffentlichen die Autorin Margit Auer und die Illustratorin Nina Dulleck fleissig kurzweilige Bücher über eine Gruppe Schulkinder, die magische Tiere als Begleiter haben. Bisher gibt es zwölf Bücher, dazu noch Spin-off-Buchreihen und Sonderbände. Der Sprung auf die Kinoleinwand war da also nur eine Frage der Zeit.

Der Begriff «Schule» im Titel lässt vielleicht eine deutsche Version von Harry Potter erwarten, was aber nicht ganz korrekt ist. Der Schulalltag ist zwar ein wichtiger Aspekt der Geschichte, jedoch ist es keine Zauberschule, welche die Hauptfiguren hier besuchen. Vielmehr ist es eine einzelne Schulklasse, die es mit magischen Tieren zu tun bekommt. Davon abgesehen handelt es sich eigentlich um einen recht konventionellen Kinderfilm um Freundschaft und den Wunsch, irgendwo dazuzugehören. Das klingt ziemlich berechenbar und ist nicht nur für geübte Filmkenner bald mal zu durchschauen, macht aber eben doch ordentlich Spass.

Die Jungdarsteller machen ihre Sache gut, was immerhin nicht nur eine überzeugende darstellerische Leistung verlangte, sondern auch einiges an Skills beim Singen und Tanzen. Denn auch Die Schule der magischen Tiere reiht sich ein in die grosse Zahl an deutschen Kinderbuchverfilmungen, in denen gesungen und gerappt wird. Was für erwachsene ZuschauerInnen vielleicht nicht unbedingt nötig gewesen wäre, ist immerhin nicht nervig, und die Kleinen im Publikum werden mit den eingängigen und gut nachsingbaren Songs sicher gut abgeholt.

Aber natürlich steht und fällt der Film mit dem Fantasy-Element, den magischen Tieren. Diese sind erstaunlich realistisch umgesetzt und werden von bekannten Darstellern, u. a. Katharina Thalbach und Fack ju Göhte-Darsteller Max von der Groeben, auf sehr sympathische Weise gesprochen. So wird jede Szene mit einem der sprechenden Tiere zum Highlight. Da macht es auch gar nichts, dass dieser Film ganz offensichtlich nur der erste von vielen weiteren in Planung sein dürfte, denn es warten ja noch viele Kids in der Klasse darauf, ihr eigenes Zaubervieh zu erhalten.

Petra Schrackmann [pps]

Petra arbeitet seit 2007 für OutNow und haut auch für Lektorat und Listicles in die Tasten. Als Genrefan verbringt sie ihre Film- und Serienabende lieber mit Zombies, Hobbits oder RVAGs als mit Rom-Coms. Als Leseratte ist sie fasziniert von Comic- und Buchverfilmungen (sogar den schlechten!).

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