No One Gets Out Alive (2021)

No One Gets Out Alive (2021)

Niemand kommt hier lebend raus
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  2. 85 Minuten

Filmkritik: Horror - Bei Wish bestellt

Netflix
Ich bin schlau und mach, was man so macht in einem Horrorfilm: Alleine in den Keller gehen
Ich bin schlau und mach, was man so macht in einem Horrorfilm: Alleine in den Keller gehen © Netflix

Ambar (Cristina Rodlo) hat einen Job in einer Textilfabrik. Da sie knapp bei Kasse ist, zieht sie in eine etwas schäbige Pension, wo Red (Marc Menchaca) der Vermieter ist. Neben Freja (Vala Noren) ist sie momentan der einzige Gast. Da sie aus Mexiko stammt, braucht sie dringend einen US-Pass für ein wichtiges Vorstellungsgespräch. Arbeitskollegin Kinsi (Moronke Akinola) verspricht ihr, den Pass für 3000 Dollar zu besorgen.

Jetzt hab' ich den Salat
Jetzt hab' ich den Salat © Netflix

Nach allerlei Versuchen, das Geld zu beschaffen (Rückforderung Mietkaution, Vorschuss vom Chef), gibt sie ihr restliches Geld Kinsi, damit sie ihr den Pass beschaffen kann. Am nächsten Tag hat Kinsi gekündigt, ist unauffindbar und zu allem Überfluss erhält Ambar vom Chef noch die Kündigung. In der Pension mehren sich ihre Alpträume und diese hat sie mittlerweile auch tagsüber. Irgendetwas scheint in diesem Haus nicht zu stimmen.

Kurz nach Beginn von No One Gets Out Alive wird die Handlung sehr vorhersehbar und bleibt es im Grossen und Ganzen auch, allerdings mit ein paar Szenen, die man so selten gesehen hat. Hauptdarstellerin Cristina Rodlo, die einen sehr grossen Anteil an Screentime hat, macht das ordentlich. Auch wirkt sie nicht den ganzen Film über, als sei sie frisch einem Schönheitssalon entsprungen, was so gar nicht der Rolle entsprechen hätte.

Für Santiago Menghini ist No One Gets Out Alive das Regiedebüt in einem Langspielfilm. Etwas mehr Erfahrung hat er bei den visuellen Effekten, und das merkt man dem Film an etlichen Stellen auch positiv an. Auch das Monsterdesign ist gelungen. Die Story, geschrieben von Joe Croker, ist es leider nicht wirklich.

Auch wenn man in einem Film wie diesem keine allzu tolle Story erwarten darf: So viel Langeweile sollte bei einem Film wie No One Gets Out Alive nicht aufkommen. Nicht so ganz nachvollziehbar sind auch die Szenen im Haus respektive die Szenen ausserhalb, von denen es angesichts des Titels doch erstaunlich viele gibt. Der Qualitätsunterschied zwischen den Innenaufnahmen (sind ok) und den Szenen ausserhalb des Hauses (sehen etwas uninspiriert aus und sind vor allem langweilig) ist erstaunlich. Als hätten sich zwei Regisseure die Arbeit innen und aussen aufgeteilt.

Das Positivste am Film sind die massvoll eingesetzten und teils auch gelungenen Schockmomente. Einige Charaktere sind zwar sehr klischeehaft gezeichnet, aber an den schauspielerischen Leistungen gibt's trotzdem nicht gross etwas auszusetzen.

Insgesamt ist aber The Old Ways, der ebenfalls in diesem Jahr erschienen ist, der bessere und interessantere Film, der in einem ähnlichen Fahrwasser spielt. Für absolute Genre-Liebhaber ist No One Gets Out Alive vermutlich aber doch ein Film, den man so mitnehmen kann.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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Kommentare Total: 2

chr

Filmkritik: Horror - Bei Wish bestellt

muri

Schöne Geisterbahn, die es allerdings nicht schafft, die beiden Storybögen ("im" Haus und ausserhalb) so zu verbinden, dass eine durchgehende Spannung entsteht. So sind die Szenen im Innern des Hauses praktisch durchgehend gelungen und gruselig, diejenigen ausserhalb aber ziemlich langweilig.

Ansonsten passt viel in diesem Grusler, so dass man auch als abgestumpfter Gucker solcher Filme mal wieder ein paar neue Sachen sieht. Geisterstunde halt - passt aber nicht schlecht.

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