The Little Things (2021)

The Little Things (2021)

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  2. 128 Minuten

Filmkritik: Wer? Wie? Wo? Was?

Sky Show
Hey, häsch mer es Füür?
Hey, häsch mer es Füür? © Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Ins kalfornische Hinterland hat sich Joe Deacon (Denzel Washington) verzogen, nachdem er die grosse Stadt gesundheitlich schwerstens angeschlagen verlassen musste. Viele Freunde hat er sich beim LA-Police Department nicht hinterlassen, denn seine Art, sein Charakter und seine Methoden der Ermittlung sind dort nicht auf viel Gegenliebe gestossen. Nun wird er von seinem Boss ausgerechnet in die alte Heimat geschickt, um eine kleine Formalität zu erledigen und stösst dabei auf den jungen und aufstrebenden Detective Jim Baxter (Rami Malek). Dieser schlägt sich mit einem Serienkiller rum, dessen Taten und Vorgehensweisen die Ermittler fast zur Verzweiflung treiben. Baxter fragt bei Deacon um Rat und dieser kann nicht anders, als seine alten Gewohnheiten wieder ans Tageslicht zu bringen. Denn auch bei diesen Fällen kommt es auf die kleinen Dinge an...

Dein Käppi hätt' ich gern
Dein Käppi hätt' ich gern © Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Bald schon hat sich mit Albert Sparma (Jared Leto) ein Verdächtiger gefunden, der zwar offensichtlich Dreck am Stecken hat, jedoch wegen mangelnder Beweise nicht dingfest gemacht werden kann. Während sich Detective Baxter immer mehr in den Fall verbeisst und dabei seine Familie vernachlässigt, weiss der alte Hase Deacon genau, wie man das Gesetz biegen muss, um seine Antworten zu bekommen. Er merkt nun bald, dass seine eigene Vergangenheit dabei eine nicht unwichtige Rolle spielt...

The Little Things spielt mit stimmigen Bildern und hat starke Darsteller zu bieten, müht sich aber praktisch durchgehend mit einer Story rum, die nicht richtig zünden will und erst gegen Ende einen Gang zulegen kann. Bei einer Spieldauer von über zwei Stunden braucht das ein bisschen Sitzfleisch. Bei einem Thriller ist das eigentlich kein gutes Zeichen...

Regisseur John Lee Hancock hat mit Filmen wie The Blind Side oder The Founder bewiesen, dass er es versteht, spannende und emotionale Geschichten zu verfilmen. Mit The Little Things versucht er sich nun an einem Thriller, der mit Denzel Washington, Rami Malek und Jared Leto Schwergewichte der Schauspielkunst zu bieten hat. Allerdings packt er eine Story aus, die zwar auf den Spuren von Genregrössen wie Zodiac wandelt, aber nie an deren Intensität herankommt.

The Little Things erhielt Anfang dieses Jahres eine beschränkte Kinoauswertung, spielte dabei weltweit rund 30 Millionen Dollar ein und wurde dann bald auf das Streamingpublikum losgelassen. So kriegen wir den Thriller auch bei uns nun zu sehen und müssen feststellen, dass die Darsteller zwar ihre Sache absolut wunderbar machen. Doch am Ende kommt das ganze Projekt am Ende ins Trudeln, wenn wir die Story etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Da wäre der in die Jahre gekommene Cop, der zwar weiss, wie der Hase im Polizeidienst so läuft, damit aber bei den Kollegen in Ungnade fällt. Ihm zur Seite wird ein Jungspund gestellt. Einer mit hübscher Frau, herzigen Kids und jeder Menge Vertrauen in einen Mann, von dem er zwar schon gehört hat, den er aber kaum kennt. Als Bösewicht kommt schliesslich Jared Leto mit fettigem Haar um die Ecke. Somit haben wir ein Spiel mit drei Personen, in dem zwar die Rollen verteilt zu sein scheinen, diese aber immer wieder rumgeschoben werden. Mit einem kleinen Twist gegen Ende werden diese Unstimmigkeiten dann doch noch geradegerückt, so dass auch jeder Zuschauer verstanden hat, wie die Personen schlussendlich einzuordnen sind.

Das tönt zwar interessant, wird aber recht gemächlich und mit sich wiederholenden Aktionen vorgeführt. Da tut sich auch das Trio Washington/Malek/Leto schwer, aus den vorgesetzten Ereignissen Kapital zu schlagen. Das schlägt auf den Unterhaltungswert und lässt den Film im Vergleich zu Genrekollegen leider nicht aussergewöhnlich erscheinen.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 3

yan

Ich kann die durchschnittlichen Bewertungen und eure Kritik zum Film durch und durch nachvollziehen. Ich war auch eher enttäuscht nach der Sichtung - irgendwie hat man sich einfach mehr erhofft. The Little Things ist aber keinesfalls schlecht, er ist nur nicht so gut wie viele seiner Genre-Kollegen.

Als Fan des Genres und weil es immer weniger solche Filme gibt, hab ich im Endeffekt wohl etwas aufgerundet.

sma

The Little Things ist ein Hochglanz-Thriller, der sich für das Innnenleben von Mordermittlern interessiert. Ich fand die erste Hälfte ganz nett. In einer Szene hatte ich kurz Lust auf Zodiac von David Fincher. Malek und Washington sind nicht das beste Ermittlerduo und der Film legt den Fokus halt nicht nur auf den Fall. Man legt sich eigentlich zu früh fest und dann plätschert die Handlung bis zur nächsten mittelspannenden Wendung vor sich hin. Die Charakterisierung von Denzels Figur hat für nicht gereicht, um wirklich in der Geschichte involviert zu sein. Ich hätte gerne mehr von der Polizeiarbeit gesehen, speziell natürlich an den Tatorten.
Im Vergleich zu Genregrössen ist The Little Things ein durchschnittlicher Film.

muri

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