Landscapers (2021)

Landscapers (2021 / Mini-Serie)

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  3. 193 Minuten

Miniserie-Review: Ein Gérard Depardieu macht noch kein schönes Leben

Sky Show
Triste Zweisamkeit
Triste Zweisamkeit © 2021 Sister Pictures Limited. All Rights Reserved.

Die ehemalige Bibliothekarin Susan (Olivia Colman) und der Buchhalter Christopher Edwards (David Thewlis) werden 2014 zu mindestens 25 Jahren Haft wegen Mordes verurteilt. Doch wie konnte es dazu kommen? Die beiden sind vor vielen Jahren aus Grossbritannien nach Frankreich geflüchtet. Er versucht sich weiter als Buchhalter und sie gibt einen Grossteil ihres Geldes für alte Filmposter und andere Film-Souvenirs aus. Denn die beiden lieben Filme.

Nur noch trist
Nur noch trist © 2021 Sister Pictures Limited. All Rights Reserved.

In ihrer Wohnung stehen Bilder von Yul Brynner, Gérard Depardieu und anderen Filmstars. Mit Gérard Depardieu pflegen sie offenbar sogar eine Brieffreundschaft. Doch durch ein Telefonat von Christopher mit seiner Stiefmutter fliegen die beiden nach jahrelangem Verstecken auf. Denn als Christopher seiner Stiefmutter seinen Aufenthaltsort verrät, um Geld zu erhalten, geht die Stiefmutter kurzerhand zur Polizei. Da nimmt Chefinspektor Tony Collier Kontakt mit den Edwards auf.

Landscapers ist im True-Crime-Genre angesiedelt, dem Bereich, aus dem momentan Filme und Serien en masse auf die Bildschirme flattern. Und doch hebt sich diese Miniserie vom Massenbrei ab. Dies liegt nicht nur an den beiden Hauptdarstellern, sondern vor allem an der aussergewöhnlichen Inszenierung.

Für vier der sechs Folgen hat Ed Sinclair das Skript geschrieben. Damit ist der Ehemann von Olivia Colman das erste Mal für eine grössere Produktion mitverantwortlich. Sein Co-Autor und Serien-Regisseur Will Sharpe erlangte vor allem durch seine Regiearbeit bei The Electrical Life of Louis Wain Bekanntheit.

Die beiden Hauptdarsteller Olivia Colman und David Thewlis spielen ihren Part sehr stark und harmonieren ausgezeichnet miteinander. Dass David Thewlis in seinem Schauspiel neben einer wieder einmal unglaublich guten Olivia Colman nicht abfällt, spricht für sich.

Doch trotz der hervorragenden schauspielerischen Darbietungen wird den Zuschauern Landscapers vor allem wegen der sehr kreativen Inszenierung in Erinnerung bleiben. Da wird die E-Mail-Kommunikation zwischen der Polizei und Christopher Edwards nicht etwa auf die herkömmliche Weise gezeigt, sondern indem der Inspector und Christopher ihren E-Mail-Text direkt in die Kamera sprechen.

Die Serie wechselt immer mal wieder von schwarz-weiss zu farbig und zurück. Für sich alleine ist das noch nichts Aussergewöhnliches. Doch da wird aus dem Verhörraum plötzlich ein Restaurant oder ein Bus. Die vierte Episode wird dann unverhofft in einem Western-Setting gezeigt. Die Serie sprüht nur vor solchen und ähnlichen Einfällen in einer Kreativität und Anzahl, die man so selten sieht.

Bezüglich Skurrilität erinnert die Serie am ehesten an die Serie Fargo. Die Geschichte des Ehepaares Edwards hätte man in eine herkömmliche 90-minütige Dokumentation verpacken können oder in eine Miniserie, deren Inszenierung noch länger nachhallt. Zum Glück haben uns die Macher mit zweiterem beschenkt. Eine Perle im True-Crime-Genre.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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