The Ice Road (2021)

The Ice Road (2021)

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  2. 109 Minuten

Filmkritik: Ice, Ice, Trucki!

Kappe auf und losgefahren!
Kappe auf und losgefahren! © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

In North Dakota hat Eislastwagenführer Mike McCann (Liam Neeson) eine schwere Zeit. Kaum hat einer der Kollegen Mikes Bruder Gurty (Marcus Thomas) als «Blödi» bezeichnet und sich dafür eine eingefangen, schon stehen die Brüder auf der Strasse. Denn auch wenn Gurty spezielle Behandlung benötigt, ist das noch kein Grund, ihn zu beleidigen. Doch die Brüder McCann werden noch gebraucht, denn als ein Bergwerk explodiert, werden grosse und tonnenschwere Bohrköpfe benötigt. Die kann man nur mit Truck dorthin transportieren und die Strecke führt in der Frühlingssonne über einen Eissee, der langsam einschmilzt.

«Morpheus an Neo, over.»
«Morpheus an Neo, over.» © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Mike, Gurty, Unternehmer Jim (Laurence Fishburne), die junge Tantoo (Amber Midthunder) und Versicherungsfachmann Varnay (Benjamin Walker) machen sich nun mit drei tonnenschweren Brummis auf durch das gefährliche Eis und merken schon bald, dass nicht nur das einbrechende Weiss lebensgefährlich ist, sondern auch der Verräter und Saboteur, der sich in ihrer Mitte befindet. Den Minenarbeitern läuft die Zeit davon und der Sauerstoff wird knapp, während auf dem knirschenden See die Trucker um ihr Leben kämpfen müssen.

In der Hülle und Fülle von Actionfilmen fällt The Ice Road sicherlich nicht auf, sondern ist eher eine dieser Durchschnittsproduktionen, die zwar gute Momente haben, aber als Gesamtpaket recht nichtssagend sind. Trotzdem, Liam Neeson ist und bleibt eine coole Socke und bietet auch in The Ice Road den Hauptgrund, sich diesen Film anzuschauen.

Moment mal, wollte Liam Neeson nicht nach Cold Pursuit und The Commuter aufhören, diese eine Rolle zu spielen, die er seit Taken immer wieder verkörpert? Diesen grummligen Kerl, dem so übel mitgespielt wird, dass er das Gesetz in die eigene Hand nehmen muss? Wer The Marksman kennt, den dürfte es nicht überraschen, dass Neeson noch immer solche Charaktere verkörpert, wobei er auch in The Ice Road nicht ganz davon wegkommt. Aber eben: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern, solange der Lohncheck stimmt?

Unter der Regie von Jonathan Hensleigh, der uns 2004 The Punisher vorstellte, muss der Nordire Neeson einmal mehr in die Hosen steigen, um eine Katastrophe zu verhindern. Dabei stellen sich ihm nicht nur böse Gegenspieler in den Weg, sondern vor allem auch ein eisiger See, der mit jedem Knack unter der Frühlingssonne zur noch grösseren Gefahr wird. Wer diese Ice-Truckers schon in Dokumentationen gesehen hat, der weiss, wie gefährlich diese Routen durch das unendliche Weiss sind und wie wichtig gutes Timing ist.

The Ice Road macht daraus einen soliden, aber leider kaum spannenden Actionfilm, bei dem die Auflösung eigentlich schon in den ersten Minuten offensichtlich ist. Selbst der Bösewicht überrascht nicht wirklich, aber das wäre wohl auch etwas zuviel verlangt gewesen. Die Story, die sich vor allem im Mittelteil recht zäh anfühlt, fährt dabei schnurstracks und ohne Umschweife auf erwarteten Pfaden.

Ist der Bösewicht mal entlarvt, die ersten Trucks in Schwierigkeiten und Liam Neeson sauer, dann entfaltet der Film seine ganze Kraft. Die ist nicht besonders anspruchsvoll oder gar auffallend, aber bietet eben das, was man von einem Neeson-Film inzwischen zu erwarten hat. Schade aber, dass Laurence Fishburne sich für solche Nebenrollen engagieren lässt, die ihm nicht im Ansatz die Möglichkeit bieten, sich ein bisschen zu entfalten.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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