Home Sweet Home Alone (2021)

Home Sweet Home Alone (2021)

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Filmkritik: Es kann und darf nur einen geben!

Disney+
Lach nicht!
Lach nicht! © Disney+

Der kleine Max Mercer (Archie Yates) ist mit Mutti Carol (Aisling Bea) kurzfristig in eine Hausbesichtigung geraten, da der Junge auf's Töpfchen musste. Dort lernen sie das Ehepaar Pam (Ellie Kemper) und Jeff McKenzie (Rob Delaney) kennen, die ihr Haus aus Geldnot verkaufen müssen, es ihren Kindern aber bislang verschwiegen haben. Eine unangenehme Begegnung zwischen Max und Jeff führt auch noch dazu, dass danach eine wertvolle Puppe, deren Verkauf den McKenzies einiges an Geld einbringen könnte, verschwunden ist. Die Sachlage für das Ehepaar ist deshalb schnell klar: Rotzlöffel Max hat die Puppe mitgehen lassen!

Schnee-Engel in der Gosse
Schnee-Engel in der Gosse © Disney+

Der hingegen findet daheim keine Ruhe. Die ganze Familie ist eingetroffen, denn schliesslich verreisen alle am nächsten Tag in die grossen Ferien nach Japan. Wie es die Umstände aber wollen, geht der kleine Kerl dabei vergessen und der Rest der Sippe fliegt ohne Max gegen Osten. Was anfänglich als Gelegenheit für jegliche Art von Freiheit genützt wird, entwickelt sich bald zur Notlage. Max vermisst seine Familie und die entnervten McKenzies haben es sich zum Ziel gesetzt, die wertvolle Puppe wieder zu beschaffen. In der Nacht schleichen sie sich deshalb in's Mercer-Haus, wo Max jedoch schon allerlei Fallen und Abwehrmechanismen aufgestellt hat, um den Eindringlingen den Garaus zu machen.

Home Sweet Home Alone wird als Komödie angepriesen und surft auf der weiterhin grossen Welle von Home Alone mit. Allerdings ist die Story inzwischen ausgelutscht und abgedroschen und mit diesem neuen Hauptcharakter gewinnt man auch keinen Blumentopf mehr. Ausserdem wurde ein bisschen darauf spekuliert, dass man ein paar bekannte Gesichter von damals zu sehen bekommen würde, was sich dann ja auch erledigt hat. Hoffentlich wird die Reihe nun endgültig in Frieden gelassen.

Der kleine Kevin McAllister war's, der sich 1990 in Home Alone erfolgreich gegen Einbrecher wehrte und sein Haus zu verteidigen wusste. Der Film von Chris Columbus wurde zum Klassiker, Macaulay «Kevin» Culkin zum Superstar und die Fortsetzung, Home Alone 2: Lost in New York, ein würdiger Nachfolger. Danach stieg der Star aus, die Geschichte hingegen blieb. In schnell und preiswert produzierten Home-Produktionen hat man die Story aus- und abgewürgt. Es gibt halt nur einen echten Lausbuben in Hollywood... Nun in Zeiten von Streamingkanälen und allerlei Reboots kommt die Story in der Vorweihnachtszeit wieder zu uns. Auf Disney+. Als Home Sweet Home Alone.

Im Mittelpunkt steht natürlich kein Kevin, sondern ein unsympathisches Früchtchen namens Max. Das Kerlchen legt schon früh im Film den Grundstein für eine allfällige Abneigung, weshalb man in den folgenden Minuten nicht so recht weiss, ob der Bub jetzt schaurig kreativ sein Haus verteidigt oder ob er einfach mal in den Schnee gedrückt werden sollte. Die Gegenseite, also die «Einbrecher», wandelt auf den Spuren von Joe Pesci und Daniel Stern, erreicht aber niemals deren Qualität. In Home Sweet Home Alone kriegen sie Billiardkugeln an den Kopf, Zuckersäcke in die Nüsse oder rutschen auf vereisten Treppen minutenlang aus. Kreativität oder gar Neuartiges wird hier also nicht geboten. Selber schuld, wer auf solches gehofft hat.

Moment! So ganz weggelassen wurden die McAllisters dann doch nicht. Niemand anderes als Devin Ratray nimmt seine Rolle als «grosser Bruder» Buzz McAllister nochmals auf und bewacht mit seiner Sicherheitsfirma die Gegend. Dass dabei auch die Erwähnung des Helden von damals noch stattfindet, ist praktisch schon der Höhepunkt dieses ansonsten recht anspruchslosen, uninspirierten und auch langweiligen Films.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 2

yan

Kann man sich schenken. Der neue «Home Alone» hat zwar ein paar witzige Slapstick-Einlagen und eine lustige Szene in einem Flugzeug, darüberhinaus bleibt aber gar nichts hängen. Die Darsteller sind allesamt schwach, die bekannten Gesichter aus dem Original eine Randnotiz und die Story ist völliger Käse.

muri

Filmkritik: Es kann und darf nur einen geben!

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