Anxious People - Folk med ångest (2021)

Anxious People - Folk med ångest (2021)

Menschen in Angst
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Filmkritik: Polizist Jack hat die Haare schön

Netflix
Don't look up!
Don't look up! © Studio / Produzent

Polizist Jack (Alfred Svensson) stürzt einen Tag vor Silvester aus dem Frisörsalon, um seinen Vater Jim (Dan Ekborg), ebenfalls Polizist, wegen einer Familienangelegenheit zur Rede zu stellen. Hinter ihrem Rücken wird eine kleine Bank überfallen, ohne dass sie dies vorerst bemerken.

Ene mene miste, es rappelt in der Kiste, ene mene muh, der Räuber bist Du!
Ene mene miste, es rappelt in der Kiste, ene mene muh, der Räuber bist Du! © Studio / Produzent

Der Bankräuber kann in ein Appartmenthaus fliehen und gerät dort ausgerechnet in eine Wohnung, die gerade besichtigt wird. Das führt dazu, dass der Bankräuber etliche Geiseln in seine Gewalt bringt, unter anderem die schwangere Julia (Carla Sehn), das IKEA-süchtige Ehepaar Roger (Leif Andrée) und Anna-Lena (Marika Lagercrantz), das sich auch auf Spekulationen im Immobilienmarkt spezialisiert hat. Zarah, die Filialleiterin der zuvor überfallenen Bank, und sogar ein verkleideter Hase, der sich als der Schauspieler Lennart (Per Andersson) herausstellt, sind mit von der Partie.

Episode eins ist noch sehr komödiantisch aufgebaut. Recht schnell entwickelt sich eine Mischung zwischen Tschugger und Mord im Orient-Express. Das Polizisten-Duo aus Vater und Sohn weiss ständig weniger als der Zuschauer, das stellt die beiden ein wenig dümmer da als sie eigentlich sind. Eine unterhaltsame Serie mit einigen kleinen Twists.

Klar, ein Meisterwerk ist Anxious People - Folk med ångest nicht, das Regisseur Felix Herngren und Fredrik Backmann, der Autor der Romanvorlage, hier abliefern. Aber es ist handwerklich sehr solide gemacht. Und die Schauspieler machen ihre Sache sehr ordentlich. Unverkennbar, dass vom Hauptcast alle schon in etlichen Produktionen mitgespielt haben. Zudem sind die Charaktere alle mit ein wenig Skurrilität ausgestattet, aber ohne dass dies ins Übertriebene abdriftet.

Die Serie basiert auf dem Roman «Eine ganz dumme Idee» von Fredrik Backmann. Der deutsche Titel der Mini-Serie «Menschen in Angst» ist zwar im Vergleich mit dem schwedischen respektive englischen Titel von der Übersetzung her nicht falsch, aber führt den Zuschauer auf eine falsche Fährte, was auch ziemlich rasch klar wird. Denn wirklich Angst haben die Protagonisten nicht in dieser Mini-Serie, und Angst um die Charaktere hat man auch nie. Dafür sind die sechs Episoden à knapp 30 Minuten zu sehr Feel-Good-Serie. Die Menschen sind fast durchs Band alle sympathisch und es fehlt der Serie fast wohltuend an irgendwelchen Gemeinheiten und fiesen Tricks.

Episode für Episode werden die Beweggründe dafür erklärt, wieso die Geiseln in der Wohnung sind, beziehungsweise waren, denn sie kommen noch vor Ende der ersten Episode frei.

Insgesamt eine Mini-Serie für einen verregneten Sonntagnachmittag, die nicht viel falsch macht, aber auch bald wieder vergessen werden wird.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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