Eternals (2021)

Eternals (2021)

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  3. 157 Minuten

Filmkritik: The actual first Avengers

«Und der Preis für das beste Gruppenkostüm an der diesjährigen Comic-Con geht an ...»
«Und der Preis für das beste Gruppenkostüm an der diesjährigen Comic-Con geht an ...» © Marvel Studios

Vor 7000 Jahren erreichte das Raumschiff Domo die Erde. An Bord befanden sich die Eternals, zehn mächtige kosmische Kämpfer, die im Auftrag des Celestials Arishem die Menschheit vor den monströsen Deviants beschützen sollten. Angeführt von Ajak (Salma Hayek) beschützten sie jahrtausendelang die Menschheit vor den Deviants. Im Laufe der Zeit lernten sie die Menschen immer besser kennen, durften auf Befehl von Arishem aber nicht in die irdischen Geschehnisse eingreifen, da die Menschheit sich selbst entwickeln sollte. Als die letzten Deviants zur Zeit der Conquistadoren besiegt wurden, trennten sich die Eternals jedoch und folgten alle ihrem eigenen Weg.

Eine Liebe für die Jahrtausende
Eine Liebe für die Jahrtausende © Marvel Studios

Jetzt leben die Eternals Sersi (Gemma Chan) und Sprite (Lia McHugh) in London und geben sich als normale Menschen aus. Mit der Ruhe ist es jedoch vorbei, als eines Tages ein starkes Erdbeben auf der ganzen Welt zu spüren ist und darauf ein mächtiger Deviant auftaucht. Mit Hilfe von Sersis Ex Ikaris (Richard Madden), zu dem sie seit Jahrhunderten keinen Kontakt mehr hatte, kann das Monster vorerst abgewehrt werden. Die drei machen sich auf, um die anderen Eternals zu finden, denn nur gemeinsam können sie die neue Bedrohung abwehren.

Mit einem diversen Cast und Abstechern in unterschiedliche Zivilisationen und Epochen der Menschheitsgeschichte bringt die oscarprämierte Regisseurin Chloé Zhao einige der weniger bekannten Helden des Marvel-Figurenfundus auf die Kinoleinwand. Herausgekommen ist ein Film, in dem sich langsame Charaktermomente und solide umgesetzte Actionsequenzen - nicht immer ohne Längen - abwechseln. Dank Zhaos inszenatorischem Können überzeugt Eternals aber zumindest durch schön eingefangene Bilder und sympathische Figuren, die jedoch alle noch etwas mehr Charakterbuilding verdient hätten.

In den 1970er-Jahren von Comic-Legende Jack Kirby erschaffen, gehören die Eternals zu jenen Figuren aus dem Hause Marvel, die wohl nur eingefleischte Comic-Fans kennen. Und selbst diese müssen hier die Figuren mehr oder weniger neu kennenlernen, ging man doch bei der filmischen Umsetzung ziemlich frei mit der Vorlage um, etwa indem Geschlechter oder Hautfarbe geändert wurden; mit Phastos (Brian Tyree Henry) hat das MCU nun also auch einen schwulen Superhelden und Makkari, in den Comics männlich und nun gespielt von Lauren Ridloff, ist eine gehörlose woman of color.

Eternals lässt sich viel Zeit, um seine zehn Protagonisten vorzustellen und springt dafür immer wieder zwischen verschiedenen Epochen hin und her. Gerade weil es so viele Figuren sind, spielt der Film fast zwangsläufig mit Lücken - man erhält Einblicke in die vergangenen Ereignisse, in die durchaus spannenden Figurenkonstellationen, doch es wird auch viel übersprungen; davon einiges absichtlich, um die Spannung zu erhöhen, anderes fällt jedoch der ohnehin schon recht langen Laufzeit zum Opfer.

Zwischen die langsamen Charaktermomente streuen sich aufwändig inszenierte Actionsequenzen, die typisch Marvel sind, aber auch ein bisschen den Eindruck hinterlassen, als müsste man eine bestimmte Quote erfüllen. Im Wechsel zwischen Rückblicken und Kampfszenen entstehen so vor allem in der ersten Hälfte leider auch Längen, die den Film als Ganzes uneben machen. Die sympathischen Figuren hätten alle mehr Screentime verdient, um sie adäquat einzuführen. Allein wenn man bedenkt, wer da alles mitmacht - unter anderem sind Salma Hayek und Angelina Jolie zu sehen -, ist es schade, dass für einige Figuren kaum Zeit zur richtigen Charakterentwicklung bleibt und manche zwischenzeitlich sogar einfach aus der Geschichte verschwinden. Mit Sersi gibt es zwar eine interessante Figur im Zentrum der Ereignisse, allerdings ist sie dann doch etwas zu passiv, um den Film als Protagonistin tragen zu können.

Was hingegen funktioniert, ist die optische Umsetzung des Filmes. Dass Zhao mit der Kamera umgehen und insbesondere Landschaften eindrücklich einfangen kann, wissen wir spätestens seit ihrem gefeierten Oscarwerk Nomadland. Auch in ihrem ersten Blockbuster gibt es, ähnlich wie in Nomadland, viele Einstellungen mit malerisch gefilmten Wüstenlandschaften und schönen Lichtspielereien, wobei die Science-Fiction-Elemente eher generisch geraten sind.

Durch die solide Inszenierung stört es letztlich kaum, dass auch dieser MCU-Film in die typische Falle von Superheldenfilmen tappt, in denen sich der Gegner als eine Art dunkles Spiegelbild der Helden herausstellt. Fans von Superheldenfilmen weiss Eternals gewiss zu überzeugen, und so macht der Film auch Lust darauf, den Figuren bei (natürlich bereits geplanten) zukünftigen Heldentaten zu folgen. Mit Kit Harington (Game of Thrones) wird ja auch schon eine Nebenfigur eingeführt, die einen schnell vermuten lässt, dass es nicht bei einem einzigen Auftritt bleiben wird.

Petra Schrackmann [pps]

Petra arbeitet seit 2007 für OutNow und haut auch für Lektorat und Listicles in die Tasten. Als Genrefan verbringt sie ihre Film- und Serienabende lieber mit Zombies, Hobbits oder RVAGs als mit Rom-Coms. Als Leseratte ist sie fasziniert von Comic- und Buchverfilmungen (sogar den schlechten!).

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Kommentare Total: 2

muri

Langweilig, uninteressante Charaktere und Story - da passt vieles nicht zusammen, was wir aus dem MCU so mögen. Hoffentlich ist das nicht der Weg, den die Verantwortlichen gehen wollen.

pps

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