Encanto (2021)

Encanto (2021)

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  2. 99 Minuten

Filmkritik: Familiengeheimnisse aus Kolumbien

Die Kavallerie ist da!
Die Kavallerie ist da! © Disney

Familie Madrigal lebt seit über fünfzig Jahren in einem kleinen Dorf in Kolumbien. Ihr Haus ist magisch, lebt mit den Bewohnern mit und jedes Familienmitglied hat über die Jahre eine aussergewöhnliche Gabe bekommen. Ob übermenschliche Stärke, Gestaltwandlung oder Beeinflussung des Wetters. Alle Madrigals sind speziell und nutzen ihre gegebenen Fähigkeiten, um dem Dorf und dessen Bewohnern zur Hand zu gehen. Nur an Mirabel (Stimme von Stephanie Beatriz) ist diese Gabensache vorübergegangen. Sie, extrem lebendig, fröhlich und singstark, muss mit der Tatsache leben, dass alle anderen Familienmitglieder besonders sind und sie übergangen wurde.

Mowgli?
Mowgli? © Disney

Nun aber rüttelt das magische Haus und bekommt Risse! Die Magie, ausgehend von einer ewig brennenden Kerze, scheint ins Stottern zu geraten und lässt die Gaben der Familienmitglieder abschwächen. Ausgerechnet Maribel hat diese Veränderung entdeckt und will ihr nun auf den Grund gehen. Dafür muss sie aber über ihren eigenen Schatten springen und das Geheimnis des verschwundenen Bruno (Stimme von John Leguizamo) lösen, der sich vor Jahren zurückzog, nachdem er von unheimlichen Visionen geplagt wurde. Was steckt hinter dem Geheimnis? Und kann Maribel das zusammenfallende Haus, und somit ihre Familie, retten?

Encanto nimmt uns Zuschauer mit in eine bunte Welt voller Magie und Musik, und diesem flotten Rhythmus kann man nur schwer widerstehen. Viel Witz, wunderbare Animationen, herzige Figuren und die grosse Geschichte über die Wichtigkeit der Familie lassen Encanto auch bei denjenigen punkten, die sonst bei Disney-Songs eher die Nase rümpfen. Felicidades Disney!

Der 60. (!) animierte Langfilm aus den Disney Studios steht an und wird uns dieses Jahr die (Vor-)Weihnachtszeit versüssen. Mit Encanto lässt Regisseur Byron Howard (er inszenierte bereits Zootopia, Tangled und Bolt für das House of Mouse) das lateinamerikanische Gefühl hochleben, lässt die Figuren catchy Songs singen und erzählt dabei eine Story, die zwar nicht besonders hochstehend, aber stets sympathisch und liebenswert ist.

Im Mittelpunkt steht die quirlige Mirabel, eine wunderbar animierte junge Frau, die stets auf Trab- und voller Tatendrang ist. Inmitten der grossen Familie mit all ihren aufgedrehten Verwandten sucht sie nach ihrem Platz und ihren Aufgaben. Alle scheinen Verantwortung tragen zu dürfen, nur sie bleibt aussen vor, was sie mittels einem der zahlreichen, toll arrangierten und vorgetragenen Songs auch deutlich macht. Überhaupt, Encanto ist ein wunderbares Musical geworden, das zwischen Sambarythmen und Radiopop hin und her springt und eigentlich songtechnisch keine Schwächen hat. Für Fans der Latinomusik ist Encanto ein gefundenes Fressen.

Wenn sich die Heldin mit Brille (wann gab es das zuletzt in einem grossen Disneyfilm?) dann auf die grosse Suche nach dem Geheimnis ihrer Familie macht, zieht auch die Geschichte etwas an. Bis anhin ein luftig leichtes und vor allem farbenfrohes Spektakel, begibt man sich nun in etwas dunklere Gefilde, wobei auch dort Musik und Witz prächtig angerichtet präsentiert werden. Natürlich ist es zwischendurch der Farbenpracht ein bisschen gar viel und der «Jöö-Effekt» wird strapaziert, aber die herrlichen Figuren, die schmissigen Songs und die grosse Liebenswürdigkeit, mit der uns diese Geschichte präsentiert wird, machen aus Encanto einen richtig starken Disneyfilm.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 3

jaydo

Die Tippfehler in meinem Kommentar zum Film dürft ihr behalten:)

jaydo

Lieber Muri - hast Du einen anderen Film gesehen. Einer der schwächsten Disney-Filme ever. Schwülstige Songs, wenig Humor und kangweilige Handlung

muri

Filmkritik: Familiengeheimnisse aus Kolumbien

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