The Crew (2021)

The Crew (2021 / Serie)

Serien-Review: Heffernan spielt den Rennchef

Netflix
But first... Coffee!
But first... Coffee! © @Netflix

Im Nascar-Team von Besitzer von Bobby Spencer (Bruce McGill) ist Rennleiter Kevin Gibson (Kevin James) der Chef im Stall. Er motiviert den Fahrer Jake (Freddie Stroma), hat in Beth (Sarah Stiles) seine beste Freundin im Büro und auch der Rest der Crew hängt sich tagtäglich mächtig rein. Die Erfolge des Teams sind allerdings recht übersehbar und auch Bobby würde lieber seine Zeit auf Hawaii verbringen, weshalb er seine Tochter Catherine (Jillian Mueller) vorstellt und sie zur neuen Chefin des Teams macht - sehr zum Missfallen sämtlicher Angestellten, denn ihre neuen Ideen scheinen so gar nicht auf das festgefahrene Team überzugreifen.

Familienfoto mit Hut
Familienfoto mit Hut © @Netflix

Als erstes schiesst Catherine den langjährigen Sponsor ab, holt sich mit «Fake Steak» einen Geldgeber an Bord, dessen Produkt man nicht essen kann, und will obendrein mit der jungen Jessie (Paris Berelc) eine neue Fahrerin engagieren. Da diese aber nicht wirklich schnell ist, entsteht daraus ein Kleinkrieg, den eigentlich keine Partei gewinnen kann. Erst als die Zukunft des Rennstalls am seidenen Faden hängt, merken Catherine und Kevin, dass sie viel besser agieren können, wenn sie zusammenarbeiten. Aber das ist nicht ganz so einfach, wie man sich das vorstellen könnte.

The Crew ist bei weitem kein King of Queens, hat aber durchaus seine Momente in der Mitte der Staffel und regelt die Gangart gegen Ende in eine etwas andere Richtung. Die Gags sind okay, viele davon aber eher plump. Die Nebencharaktere (die Highlights vieler Sitcoms) werden stärker und lassen somit Platz für Entwicklung, die wir wohl in einer zweiten Season zu sehen bekommen. The Crew hat schon noch einiges an Potenzial, das man hoffentlich baldmöglichst nutzt.

Einst war Kevin James der King of Queens und eroberte mit dieser Sitcom die Welt. Der Sprung auf die Leinwand (Paul Blart: Mall Cop, Here comes the Boom) klappte nicht nach Wunsch und so kehrte James 2016 mit Kevin can wait auf die Bildschirme zurück. Aber auch dort zogen die Macher nach zwei Staffeln den Strom, was James dazu brachte, sich beruflich etwas umzuorientieren. Statt lustig zu sein, rasierte er sich für Becky den Kopf und mimte den Bösewicht. Nun ist er (weiterhin ohne Haare) wieder auf dem Bildschirm zu sehen und nimmt mit The Crew den nächsten Sitcom-Anlauf.

Die erste Staffel von The Crew beinhaltet zehn Episoden mit jeweils knapp 30 Minuten Spieldauer. Die ersten Folgen kommen etwas zäh daher, bringen plumpe Witzchen und gequälte Lacher mit sich. Man merkt der Serie an, dass der Groove erst nach den ersten Episoden gefunden wurde. Dann stimmt die Balance, die Charaktere bekommen etwas Tiefe und die Gagdichte erhöht sich.

Während wir nun also Kevin James mit Käppi und Trainerjacke beim Organisieren, Plaudern, Witzeln und Rumbrüllen zuschauen, bleiben die Nebenfiguren etwas in seinem Schatten. Zwar ist beispielsweise sein Zusammenspiel mit Jillian Mueller und Sarah Stiles sehenswert, aber selbst ein Bruce McGill (The Insider) bleibt mit seinen Gastauftritten nur ein komischer alter Kerl, der nicht so richtig funktioniert.

Erstaunlicherweise entwickelt sich The Crew in den letzten Episoden sogar etwas weg von der durchschnittlichen Sitcom hin zu einer normalen Serie, die sogar versucht, eine etwas grössere Story zu erzählen. Das steht dem Ganzen gar nicht schlecht, auch wenn die Lacher und Gags dadurch etwas in den Hintergrund rücken.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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