A Castle for Christmas (2021)

A Castle for Christmas (2021)

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  2. 98 Minuten

Filmkritik: In Schottland brennen die Hormone!

Netflix
Sie isch mit em Velo da...
Sie isch mit em Velo da... © Netflix

Zwanzig Jahre und zwölf sehr erfolgreiche Romane dauert nun schon die Karriere der Autorin Sophie Brown (Brooke Shields). Nun aber hat sie in ihrem letzten Buch einen Charakter «getötet», was die Fans aufmüpfig und unzufrieden macht. Die Kritik an der Schreiberin wird grösser und der Druck heftiger. Um diesem zu entfliehen, reist die Schriftstellerin nach Schottland, wo sie den Wurzeln ihrer Familie auf den Grund gehen will und dabei ihr Auge auf das wunderbare Schloss Dun Dunbar gerichtet hat. Dort will sie sich inspirieren lassen, um nächste Schreibaufgaben angehen zu können.

Gfrüürt's di?
Gfrüürt's di? © Netflix

In Schottland angekommen und erstmal das lokale Pub im Sturm erobert, trifft sie bei einem Besuch im Schloss auf den Besitzer Myles (Cary Elwes), der die Instandhaltung der Gemäuer überwacht und in Geldnot ist. Sophie ist sofort angetan vom Gebäude und möchte es kaufen. Dies will Myles nicht zulassen, weshalb er der Besucherin einen Deal vorschlägt. Erstmal müsse sie eine Zeitlang im Schloss wohnen und somit auch die Arbeit damit kennenlernen, dann könne man über einen Verkauf diskutieren. Um das aber zu verhindern, will Myles nun den Aufenthalt für Sophie so unangenehm wie möglich machen, muss aber bald merken, dass die Bewohner des Dörfchens die Autorin schon in ihr Herz geschlossen haben. Und auch bei Myles kochen nun schon die schottischen Hormone...

Der Film ist inhaltlich keine grosse Nummer, passt aber überraschenderweise hervorragend in die Vor-Festtagszeit. Gut aufgelegte Darsteller, wunderbare Landschaften, liebenswerte Nebencharaktere und vielleicht ein Tick zuviel Kitsch gegen Ende machen aus dem Film einen schönen Zeitvertreib, den man sich vor dem Kaminfeuer geben kann. Mit der entsprechenden Begleitung ist A Castle for Christmas grad nochmal einen Tick herziger.

Mit The Blue Lagoon startete Brooke Shields 1980 ihre Hollywoodkarriere und konnte vor allem in ihren jungen Jahren einige Erfolge verbuchen. In den letzten Jahren tauchte sie immer wieder in TV-Serien oder in Filmnebenrollen auf, ohne jedoch gross in Erinnerung zu bleiben. Nun macht sie auf Romantik und versucht in A Castle for Christmas nicht nur ein ganzes Schloss in Schottland zu kaufen, sondern auch den dazugehörigen, mürrischen, Schlossherrn zu bezirzen.

In der (Vor-)Weihnachtszeit spriessen romantische Komödien mit festlichen Themen in grossen Mengen aus dem Boden und sollen den Zuschauern einen kleinen Geschmack mitgeben, wie denn die Festtage wunderschön und kitschig gefeiert werden können. Das macht A Castle for Christmas nicht anders, hat aber ein paar Pluspunkte, die den Film vom üblichen Gedudel abheben. Wenn nämlich die Story nach Schottland gelegt wird, wo wir kurrlige Figuren mit lustigen Dialekten kennenlernen, dann fährt der Film auf der richtigen Schiene.

Natürlich, und das ist sicher wie das Amen in der Kirche, geht auch diese Geschichte so aus, wie wir es erwarten. Das ist auch gut so, denn der Weg dorthin folgt dem Schema solcher Filme. Zwei Personen (meist Weiblein und Männlein) treffen aufeinander, mögen sich nicht, verknallen sich trotzdem und dann kommen die Probleme, die sich seit Anfang der Story aufgeladen haben.

Glücklicherweise bietet A Castle for Christmas mit Brooke Shields und Cary Elwes (The Princess Bride, Saw) zwei gestandene Stars mit, die selbst aus dieser vorhersehbaren Story etwas Sehenswertes machen. Mit viel Spiellust agieren sie miteinander und zeigen, dass auch ein grummeliger Schlossherr mit seltsamen Akzent unter seiner rauen Schale ein wild pocherndes Herz hat. Und dass er damit sogar bei einer schönen Frau landen kann...

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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