Boiling Point (2021)

Boiling Point (2021)

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  2. 92 Minuten

Filmkritik: Well done, Andy!

17. Zurich Film Festival 2021
«Das habe ich doch schon bei René Schudel gesehen!»
«Das habe ich doch schon bei René Schudel gesehen!» © Zurich Film Festival

Der Sternekoch Andy (Stephen Graham) hat viele Probleme - nicht nur in seinem Restaurant, welchem gerade zwei Sterne abgezogen wurden, sondern auch in seinem familiären Umfeld, da ihn ein schwieriges Verhältnis zu seinem eigenen Sohn belastet. Dazu kommen jedoch auch anstrengende Gäste und aus seiner Sicht unzuverlässige Mitarbeiter.

Jeder Mitarbeiter des Restaurants hat jedoch auch mit seinen eigenen Problemen während des Abends zu kämpfen, ob es sich um den Sous-Chef oder die Kellnerin handelt. Das alles schaukelt die Drucksituation innerhalb des Restaurants immer weiter nach oben. Wenn jedoch in einem solchen Qualitätsrestaurant nicht alle präzise zusammenarbeiten, ist Chaos vorprogrammiert.

Mit Boiling Point verlängert Regisseur Philipp Barantini seinen One-Take-Kurzfilm mit gleichen Namen auf einen 90-minütigen Film und beeindruckt mit einem spannend inszenierten und sehr interessanten Einblick in die Arbeitskultur eines Haute-Cuisine-Restaurants. Dass der ganze Film ohne Schnitt aufgenommen wurde, beeindruckt umso mehr, als die tollen Schauspieler oftmals auch auf ihre Improvisationskünste setzen mussten. Ein Must-Watch für jeden Filmgourmet!

In einem Restaurant war schon so ziemlich jeder, zumeist jedoch nur als Gast. Nur wenige nehmen dabei jedoch wahr, was innerhalb der Küche im Hintergrund geschieht und wie viel Stress das Zubereiten des eigenen köstlichen Entrecôtes dem Küchenpersonal möglicherweise beschert hat.

Genau diese Art von Einblick gibt Boiling Point, das Werk von Regisseur Philipp Barantini. Er war selbst in der Gastronomie tätig, weshalb viele seiner eigenen Erfahrungen in den Film miteingeflossen sind. Zuerst hat er sich denn auch mit einem Kurzfilm, der den selben Namen trägt, an das Thema herangewagt. Dieser konnte beachtliche Erfolge feiern, weshalb schnell die Idee aufkam, aus dem Kurzfilm einen Langfilm zu machen und damit aus einer Vorspeise einen Hauptgang.

Dass bei den Dreharbeiten ein riesiges Chaos geherrscht haben muss, das mit demjenigen einer Küche mithalten kann, wird beim Schauen des Films schnell klar. Für die Zuschauer jedoch erschliessen sich nach und nach die einzelnen Schicksale der Restaurantmitarbeiter auf klare Art und Weise. Man fiebert mit jedem einzelnen Angestellten mit und wünscht jedem unfreundlichen Gast den Tritt durch die Tür.

Auch die Schauspieler des Films, allen voran der Brite Stephen Graham und auch die tolle Vinette Robinson als Carly, spielen ihre Rollen auf sehr charismatische und überzeugende Art und Weise. Es herrscht ein so ausgeprägtes Mass an Authentizität, man kann sich als Zuschauer nur schwer vorstellen, dass die Schauspieler nicht ständig in einer Küche tätig sind.

Boiling Point ist ein spannender Küchenthriller, bei welchem der «One-take» nicht nur ein reiner technischer Schauwert ist, sondern wesentlich zur Spannung beiträgt und so auch ein umso ausgeprägteres Mittendrin-Gefühl schafft. Ein Leckerbissen für Fans des Films und der Kulinarik.

Olivier Nüesch [oli]

Olivier schreibt seit 2012 für OutNow. Begonnen hat seine Filmleidenschaft schon sehr früh mit dem CGI-freien «Dschungelbuch». Mit der Gemütlichkeit probiert er es als Popkulturfreak nun jedoch auch mithilfe von Serien, Games, Büchern und Comics.

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Kommentare Total: 2

goe

Nie langweilig, one-take, super gespielt, sympathisch. Lecker wie eine perfekt abgestimmte Suppe.

oli

Filmkritik: Well done, Andy!

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