Archipel (2021)

Archipel (2021)

  1. 72 Minuten

Filmkritik: Tu n'existes pas!

19. Internationales Festival für Animationsfilm Fantoche 2021
«Und was macht ihr so?» - «Wir hängen nur so rum.»
«Und was macht ihr so?» - «Wir hängen nur so rum.» © Félix Dufour-Laperrière

Schwärze. Eine Silhouette erscheint, durch die das Meer zu sehen ist. Flüsse. Wälder. Hügel. Québec. Eine Frauenstimme erklingt, berichtet vom Leben und der Veränderung. Ein Mann wiederholt: «Du existierst nicht.» Geführt durch die beiden Stimmen, führen animierte Bilder, Schriften, Archivaufnahmen auf eine abstrakte Odyssee, die den Inseln des Sankt-Lorenz-Stroms in Québec entlang führt.

Zwölf Animationskünstler verbildlichen mit unterschiedlichen Animationstechniken das Lebensgefühl von Québec seit der Kolonialisierung. Filmemacher Félix Dufour-Laperrière verzichtet in seinem poetisch-experimentellen Filmessay fast völlig auf einen erzählerischen Faden und setzt stattdessen auf assoziative Bilder, Farben, Formen und Voice-over-Erzählung. Vor allem die Verbindung von Archivaufnahmen und gezeichneten Formen fasziniert; die (pseudo-)philosophische Schwere und Verklausulierung wären in einem Kurzfilm jedoch weitaus besser zu verdauen gewesen.

Petra Schrackmann [pps]

Petra arbeitet seit 2007 für OutNow und haut auch für Lektorat und Listicles in die Tasten. Als Genrefan verbringt sie ihre Film- und Serienabende lieber mit Zombies, Hobbits oder RVAGs als mit Rom-Coms. Als Leseratte ist sie fasziniert von Comic- und Buchverfilmungen (sogar den schlechten!).

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