a-ha: The Movie (2021)

a-ha: The Movie (2021)

a-ha - The Movie
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  3. 109 Minuten

Filmkritik: F*ck Fame!

Heute im Starschnitt!
Heute im Starschnitt! © First Hand Films

In den späten Siebzigerjahren lebte der junge Paul Waaktaar mit seinen Eltern in Oslo, träumte von Rock'n'Roll, hatte aber kaum die Möglichkeit, sich zu entfalten. Dies änderte sich, als er den Instrumentenliebhaber Magne Furuholmen kennenlernte, denn schon bald gründeten die beiden eine Band, zu der sich bald ein besonderer Sänger gesellte: Morten Harket. Der gutaussehende Mann mit der tollen Stimme vervollständigte das Trio «A-ha», das nun anfing, mit seinen Songs bei den Labels zu hausieren.

Die Trümmer einer Weltkarriere?
Die Trümmer einer Weltkarriere? © First Hand Films

Im Sommer 1985 zündete die norwegische Rakete und der Song «Take on me» wurde zum globalen Phänomen, die ruhigen Jungs, die einfach gern Musik machten, wurden zu Teenielieblingen. Kreischende Fans, tonangebende Manager, Fototermine in New York und schöne Frauen an jedem Arm, die Band hatte alle Hände voll zu tun. Weitere Hits kamen, u. a. mit dem Bond-Song The Living Daylights, aber glücklich waren sie nicht mehr. Denn während sich die Manager die Hände rieben, entfremdeten sich die Freunde. Sture Köpfe, kreative Ideen und Eifersüchteleien bestimmten die nächsten Jahre der Band.

Die Filmemacher Thomas Robsahm und Aslaug Holm haben die Ereignisse von damals aufgearbeitet, begleiten Morten, Paul und Magne auf und hinter der Bühne und lassen das Trio ihre Seite der Geschichte erzählen. Dabei stellt sich heraus, dass man nicht unbedingt die besten Freunde sein muss, um als Musikgruppe weltweiten Erfolg zu haben.

Für Fans der Band ist A-ha: The Movie natürlich ein Must-See. Allerdings dürfte diese Zielgruppe schon über viele Themen Bescheid wissen, welche in dieser Doku behandelt werden. Wer aber «A-ha» vor allem aus der «Bravo» oder «Popcorn» kennt und auch heute noch gern mitsummt, wenn «Touchy» oder «Cry Wolf» angestimmt werden, kommt um diesen starken Film nicht herum. Stur, witzig und vor allem grundehrlich. Wie man sich halt Norweger so vorstellt...

Dokumentationen über Bands, Musikgruppen oder Künstler sind immer ein Auge (und Ohr) wert und bieten vor allem für den Fan des jeweiligen Artisten die Möglichkeit, nochmal in Erinnerungen zu schwelgen. Nun haben sich zwei Filmemacher dem Phänomen «A-ha» angenommen und präsentieren mit A-ha: The Movie einen gnadenlos ehrlichen, autenthischen und lebensnahen Blick hinter die Kulissen eines Trios, das in seiner Blütezeit kaum einen Schritt machen konnte, ohne von Fans angehimmelt zu werden.

Der Einstieg in A-ha: The Movie lässt Böses erahnen, denn während Morten und Paul die Frage nach einer Weiterführung der Band positiv beantworten, stellt sich Mags mit einem deutlichen «Nein» dagegen. Schon hier merkt man, dass es zwischen den drei Sturköpfen brodelt und die kreativen Ansichten über die Zukunft der Gruppe doch recht weit auseinandergehen. Dafür kriegen wir danach erstmal eine Geschichtslektion geboten, welche von den Protagonisten ausführlich kommentiert wird.

Während man als Fan immer den Eindruck hatte, das Sänger Morten die treibende Kraft hinter der Band war, kommt in A-ha: The Movie deutlich ans Tageslicht, dass dem bei Weitem nicht so war. Paul, der Tüftler, war der Chef, der seine Musik gespielt und gesungen haben wollte, während Morten das hübsche Gesicht für die Fans war. Mittendrin versuchte sich Magnus seinen Platz zu sichern, was zu diversen Reibereien führte. Da ist alles interessant und ausführlich in A-ha: The Movie dokumentiert, was die norwegischen «Goldesel» nicht immer im besten Licht dastehen lässt.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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