The Way Back (2020)

The Way Back (2020)

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Jack gibt Marcus letzte Tipps
Jack gibt Marcus letzte Tipps © Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Jack Cunningham (Ben Affleck) lebt seit einem Jahr von seiner Frau Angela (Janina Gavankar) getrennt. Jeder Tag sieht gleich aus. Tagsüber arbeitet er auf dem Bau und am Abend betrinkt er sich in einer Bar. Meistens muss er von Doc (Glynn Turman) nach Hause gebracht werden, da er zu betrunken ist, um es alleine zu schaffen. Anlässlich Thanksgiving ist er bei seiner Schwester Beth (Michaela Watkins) eingeladen. Als Beth ihrer Sorge um Jack Ausdruck verleiht, flippt dieser aus.

XY sorgt sich um Jack
XY sorgt sich um Jack © Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Father Devine (John Aylward) macht Jack das Angebot, an der katholischen High School Bishop Hayes neuer Basketball-Coach zu werden, da der bisherige Coach einen Herzinfarkt erlitten hat. Jack, früher selber ein sehr guter Basketballspieler, ist unsicher, ob er die Stelle antreten will. Nachdem er in der darauffolgenden Nacht sehr viel Bier trinkt, sagt er schlussendlich zu. Beim ersten Training informiert ihn sein Assistenzcoach Dan (Al Madrigal) über das weitgehend talentfreie Team, wobei Brandon (Brandon Wilson) noch am meisten Talent vorzuweisen hat, derweil Marcus (Melvin Gregg) vor allem als Grossmaul glänzt.

The Way Back ist ein Sportdrama, wobei der Schwerpunkt klar auf Drama liegt. Hauptdarsteller Ben Affleck geht in seiner Rolle völlig auf. Leider gibt es keine überdurchschnittlichen Nebendarsteller, respektive die Nebencharaktere sind teilweise nicht sehr gut ausgearbeitet. Die Handlung ist deprimierend, und manchmal fühlt es sich auch ein wenig wie «Malen nach Zahlen an»; Es passiert im Grossen und Ganzen, was zu erwarten ist. Zudem ist der Score von Rob Simonsen teilweise ein wenig störend und unpassend. Dennoch ein sehenswerter Film.

Wie bei seinem letzten Film The Accountant arbeitet Regisseur Gavin O'Connor wieder mit Ben Affleck zusammen. Und wie schon bei Miracle und Warrior spielt der Sport eine wichtige Rolle. Allerdings bei The Way Back nicht die Hauptrolle - die spielt ganz klar der Alkohol. Hauptcharakter Jack trinkt Alkohol während der Arbeit, in seinem Büro an der High School, ja sogar unter der Dusche. Der Film wird phasenweise fast in Alkohol ertränkt.

Der Film ist ziemlich unaufgeregt inszeniert und zeigt den Verfall eines Mannes, der ohne Alkohol schlicht nicht funktioniert. Diese Art der Inszenierung ist eindrücklich gelungen, wenn auch die Alkoholsucht beispielsweise in A Star Is Born schon um einiges dramatischer dargestellt worden ist. Dem Film fehlt es vielleicht auch ein wenig an Hässlichkeit.

Der Sportteil des Films, in dem das Basketballteam im Mittelpunkt steht, gehorcht den üblichen Konventionen. Und die Teenager aus dem Team werden leider nur sehr oberflächlich betrachtet.

Die grösste, leider auch fast einzige Stärke des Films ist ganz klar Ben Affleck. Wenn die Redewendung auf den «Leib geschneidert» zutrifft, dann bei seiner Rolle des Jack. Die Parallelen von Ben Afflecks Privatleben mit dem Charakter, den er darstellt, sind nicht zu übersehen. Das sorgt für eine gehörige Portion Authentizität. Hie und da schleicht sich allerdings auch das Gefühl ein, dass man ein wenig Voyeur spielt beim richtigem Leben des Schauspielers.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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Trailer Englisch, 02:19