Volevo nascondermi (2020)

Volevo nascondermi (2020)

Filmkritik: Hopp, (usse us dä) Schwiiz!

70. Internationale Filmfestspiele Berlin 2020
Ein Künstler zum Anfassen.
Ein Künstler zum Anfassen. © Chico De Luigi

Die Schweiz zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Nach dem Tod seiner italienischen Mutter wächst Antonio (Leonardo Carrozzo) bei einem Deutschschweizer Paar auf. Weil er mit den Jahren immer verhaltensauffälliger wird, kommt er als Teenager in eine Anstalt und wird mit 19 nach Italien abgeschoben. 1928 wird er vom Bildhauer Renato Marino Mazzacurati (Pietro Traldi) entdeckt, der die künstlerische Begabung von Antonio (Elio Germano) bemerkt. So beginnt Antonios Aufstieg zu einem angesehenen Maler, der jedoch wegen seiner körperlichen und geistigen Leiden immer wieder das Opfer von Spott und Häme wird.

Da Antonio Ligabue in der Schweiz aufgewachsen ist, gibt es zu Beginn des Biopics Volevo nascondermi einiges an (fehlerfreiem) Schweizerdeutsch zu hören. Das ist sehr schön, doch danach wird es mühsam. Dieses Künstlerporträt ist trotz des riesigen Körpereinsatzes von Hauptdarsteller Elio Germano etwas zu steif geraten und zieht sich über grosse Teile doch sehr darin. Das erinnert an den ebenfalls mühsamen Mr. Turner - einfach ohne die traumhaft schöne Inszenierung. Es fehlen diesem Film hier schlichtweg die Elemente, um das Ganze auch für Nicht-Kunstinteressierte schmackhaft zu machen.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. Twitter
  5. Letterboxd