The Very Excellent Mr. Dundee (2020)

The Very Excellent Mr. Dundee (2020)

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  2. 88 Minuten

Filmkritik: That's a knife? THAT's a knife!

Arbeiten ist angenehm.
Arbeiten ist angenehm. © Transmission Films

Paul Hogan (as himself) hat in den 70er-Jahren Australien mit seinen TV-Shows erobert, wurde zum nationalen Helden und schaffte 1986 mit Crocodile Dundee den Sprung zum Weltstar. Nach der Fortsetzung und einem missglückten dritten Teil war die Luft aber draussen. Seither geniesst Hogan seine Rente und hat, inzwischen stolze 80 Jahre alt, mit Hollywood abgeschlossen. Zwar versucht er weiterhin, für seine Freunde da zu sein, aber stressen lässt sich der Senior nicht. Ausgerechnet jetzt hat man in England beschlossen, Paul Hogan für seine Verdienste in der Komödie zu ehren, indem man ihn zum «Sir» ernennt.

Alt und Älter?
Alt und Älter? © Transmission Films

Vor allem seiner kleinen Nichte zuliebe will er diese Ehre annehmen, doch dazu muss er sich während sechs Wochen von seiner besten Seite zeigen. Keine Skandale, keine Pannen und schon gar keine schlechten Schlagzeilen sollen es sein, damit dieser Ritterschlag von nichts getrübt wird. Dass diese Aufgabe allerdings ein Startschuss für eine turbulente Zeit sein würde, damit konnte Paul Hogan nicht rechnen. Da sind Besuche von Wayne Knight, nächtliche (und rasante) Autofahrten mit John Cleese oder verpatzte Grease-Auftritte mit Olivia Newton-John nur die Spitze des Pannen-Eisbergs.

The Very Excellent Mr. Dundee hat sympathische Szenen, herzige Momente und ab und zu blitzt der Schalk des Paul Hogan durch. In diesen Momenten schaut man dem rüstigen Senior gern über die Schulter und amüsiert sich, wenn er vor dem Supermarkt den Valet-Service benützt und so seinen Wagen verliert. Die Gastauftritte sind zwar nett, aber doch etwas weit her geholt. Am Ende ist's dann auch okay, wenn der Abspann beginnt und man den alten Mann in seinen verdienten Ruhestand entlassen darf.

Wir alle kennen Crocodile Dundee. Entweder vom Kinobesuch damals oder durch die Empfehlung von Kollegen, welche diesen Film und den rauen Charmeur aus Australien mochten. Darsteller Paul Hogan startete damit eine Hollywoodkarriere, die allerdings rapid endete, als der dritte Teil der Reihe floppte. Seither ist es still geworden um ihn - für Hogan selber kein Problem, denn der Herr geniesst seine Ruhe und will mit Blitzlicht und Schlagzeilen nicht mehr zu tun haben. Trotzdem hat der 80-Jährige nun The Very Excellent Mr. Dundee einen neuen Film auf Lager, dessen Kinoauswertung wegen Corona nicht optimal erreicht wurde und nun auf den Streamingmedien abrufbar ist.

Die Story von The Very Excellent Mr. Dundee dreht sich selbstverständlich und ausschliesslich um Paul Hogan, der ein sympathisches Familienleben zeigt und als rüstiger Senior mit Schalk in den Augen durch die «moderne» Zeit geht. Da man mit Hogan alleine keine 90 Minuten füllen kann, wird eine kleine Story rundherum erzählt, die allerdings nur Staffage ist. Man hangelt sich von einer Szene zur Nächsten, lässt Hogan in verschiedene Fettnäpfchen treten und holt sich seine Comedy-Kumpels von damals vor die Kamera. So erfreuen wir uns an den kurzen Szenen mit John Cleese, nerven uns ab Wayne Knight und sehen, dass Olivia Newton-John eine ganz sympathische Dame ist. Richtig spannend oder lustig wird es aber leider trotz den Stars nicht.

Hogan mag weiterhin ein grantiger Australier sein, der Pannen mit mürrischem Blick hinnimmt und sich in die Nesseln setzt, ja, auf seine ureigene und nostalgische Art funktioniert der Kerl eben noch immer! Seine Co-Stars überlassen ihm die Bühne, die Geschichten rund um Familie und deren Wichtigkeit (schöner kleiner Twist am Schluss) sind angenehm, aber nicht weltbewegend. So zielt man auf denjenigen Zuschauer, der damals Crocodile Dundee schon cool fand und heuer gucken will, was der Alte aus dem Outback noch drauf hat. Der darf für knapp 80 Minuten nochmals in Nostalgie schwelgen, während The Very Excellent Mr. Dundee für alle anderen schlichtweg zu unspektakulär sein wird.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag von Animation über alte Monsterfilme bis zu intergalaktischen Abenteuern alles, was ansteht. Bei öden Rom-Coms kriegt er vielfach Bauchweh, aber im IMAX überlebt er auch das.

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