Superman: Man of Tomorrow (2020)

Superman: Man of Tomorrow (2020)

  1. 86 Minuten

Filmkritik: Die frühen Superjahre

Aller Anfang ist schwer.
Aller Anfang ist schwer. © Warner Bros Animation

Seitdem Clark Kent (Stimme: Darren Criss) vor Jahren als Baby auf der Erde gelandet ist, wurde er von Martha und Jonathan Kent als ihr eigener Sohn aufgezogen. Zwar haben sie bald bemerkt, dass der Kleine spezielle Fähigkeiten hat, aber an die grosse Glocke hängen wollten sie es nie. Nun ist Clark in Metropolis als Praktikant beim Daily Planet unterwegs, bringt den Journis Kaffee, lernt die schöne Lois Lane (Stimme: Alexandra Daddario) kennen und macht seine ersten Schritte als Stadtheld. Damit ist nun aber Sense, denn der ausserirdische Kopfgeldjäger Lobo (Stimme: Ryan Hurst) macht Jagd auf ihn und verwickelt Clark in wüste Prügeleien.

«Jetzt gibt's Haue!»
«Jetzt gibt's Haue!» © Warner Bros Animation

Bei einem dieser Kämpfe entweicht eine parasitäre Flüssigkeit, die einen Putzmann übernimmt und die Kräfte und Lebensenergien seiner Gegner abzieht. Dadurch wird das Viech, das bald auf den Namen Parasite getauft wird, immer grösser und entpuppt sich als schier unbesiegbarer Gegner für unseren fliegenden Clark. Dieser bekommt durch einen mysteriösen Marsianer zwar Unterstützung, aber selbst dieser sieht bei der schier unüberbrückbaren Kraft des Monsters nur noch minimale Chancen auf ein gutes Ende. Ob das Duo Lobo nochmals aufbieten sollte?

Superman: Man of Tomorrow ist nicht der Überfilm der DC-Animationsreihe, bietet aber eine solide Story mit Figuren, von denen man mehr sehen möchte. Einfache Animationen, viel angedeutete Entwicklungen, die leider noch nicht weitergeführt werden, und passende Sprecher machen aus der einfachen Story einen trotzdem sehenswerten Film. Gut gemacht!

Dass Batman in seinen Anfangszeiten noch nicht der grosse Zampano war, konnten wir 2011 in Batman: Year One erleben. Das DC-Animationsstudio hat sich in seinem neuesten Projekt aber dem Mann aus Stahl angenommen und präsentiert mit Superman: Man of Tomorrow eine Story aus den ganz frühen Tagen des Stählernen, in denen er noch nicht der selbstsichere Superheld war, sondern ein Anfänger, der seine Kräfte erst einmal richtig kennenlernen muss. Hierzu bekommt er Hilfe vom Martian Manhunter, mit dem unser Supie ein starkes Duo abgibt.

Die Bedrohung in Superman: Man of Tomorrow ist ein Viech, das direkt aus der Schmiede von Pacific Rim stammen könnte. Die Entwicklung des Parasiten, das Absaugen von Energie und Lebensdauer macht es immer grösser und stärker, und die pure Vernichtungsgier machen aus dem Ding etwas, was selbst zwei Aliens kaum bändigen können. Das bedeutet für den Zuschauer vor allem im zweiten Teil des Films viel Action, Explosionen und Geknalle. Wer auf Storytelling steht, der dürfte vor allem an den ersten knapp 40 Minuten mehr Freude haben.

Das Highlight von Superman: Man of Tomorrow ist aber weder Superman noch Lois Lane. Selbst Lex Luthor muss gegen den zigarrenrauchenden, auf dem Spacetöff herumbrausenden und mit «Kiss»-Bemalung auftretenden Kopfgeldjäger Lobo einpacken. Der Kerl ist rau, laut, ungehobelt und so richtig komisch. In den Comics ist Lobo ja schon länger mit eigener Serie unterwegs und wir hoffen, er kriegt bald auch einen eigenen Animationsfilm, der seiner Figur gerecht wird.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. facebook
  5. Instagram
  6. Website