Under the Open Sky - Subarashikisekai (2020)

Under the Open Sky - Subarashikisekai (2020)

  1. 126 Minuten

Filmkritik: Raus aus dem Knast, rein in den Schlamassel.

45th Toronto International Film Festival
Schwein gehabt.
Schwein gehabt. © Courtesy of TIFF

Der ehemalige Yakuza Mikami (Kôji Yakusho) musste wegen eines Mords 13 Jahre lang ins Gefängnis. Nun ist er wieder auf freiem Fuss. In der Hoffnung, seine schon lange Zeit verschollene Mutter zu finden, von der er als Kind getrennt wurde, bewirbt er sich für die Teilnahme in einer Fernsehsendung und trifft dort auf den jungen Regisseur Tsunoda (Taiga Nakano). Dieser hilft Mikami und hält die Suche mit der Kamera fest. Gleichzeitig kämpft Mikami darum, einen richtigen Job zu bekommen und sich wieder in die Gesellschaft einzufügen. Aufgrund seiner impulsiven Art ein schwieriges Unterfangen.

Die Geschichte eines aufbrausenden Häftlings, der zurück in die Gesellschaft möchte, klingt ja schon recht faszinierend und bietet Stoff für tränenreiches Dramakino. Nur stimmt der Erzählrhythmus von Under the Open Sky hinten und vorne nicht, sodass eher gähnenreiches Lamakino entsteht. Vieles dauert zu lange und andere spannende Passagen wirken seltsam gehetzt. So fühlen sich die zwei Stunden Laufzeit fast doppelt so lang an. In einigen kleinen Momenten wird man an die Werke Hirokazu Koreedas erinnert, doch die wärmende Menschlichkeit der Filme des Palmen-Gewinners Shoplifters geht diesem Drama hier völlig ab.

Chris Schelb [crs]

Chris arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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