The Stand (2020)

The Stand (2020 / Serie)

The Stand: Das letzte Gefecht
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  2. 510 Minuten

Serien-Review: Die Mutter aller Epidemien

Sky Show
Letzte Worte
Letzte Worte © CBS All Access

«Captain Trips» wird diese Seuche genannt, welche Milliarden Menschen tötet und sich unaufhaltbar über den Planeten legt. Zu denjenigen, die auf wundersame Weise immun gegen dieses Virus sind, gehören Harold Lauder (Owen Teague) und Fanny Goldsmith (Odessa Young) aus Maine. Sie brechen auf, um weitere Überlebende zu finden und haben dabei beide ungewöhnliche Träume oder gar Visionen: Während die schwangere Franny von einer alten Frau namens Abigail (Whoopi Goldberg) gebeten wird, sie doch in Colorado aufzusuchen, taucht in Harolds Visionen ein Mann names Flagg (Alexander Skarsgård) auf, der ihn in den Westen locken will. Nur dort soll er sein Potenzial richtig entfalten können.

Klare Nachricht
Klare Nachricht © CBS All Access

In der Zwischenzeit ist auch Stu Redman (James Marsden) aufgetaucht, der ebenfalls auf dem Weg nach Colorado ist, um dort Sicherheit zu suchen und, unter der Führung von Mutter Abigail, einen Neustart zu wagen. Während sich diese «helle» Seite je länger je besser mit den Umständen abfindet, eine Community gründet und sich organisiert, ist drüben in Nevada die Hölle los. Flagg hat seine Jünger um sich geschart und plant, mittels einer Atombombe die schwachen Gegner im Osten auszulöschen. Um das zu verhindern, muss Abigail eine kleine Gruppe von Leuten ins Ungewisse nach Las Vegas schicken, um den Supergau zu verhindern. Doch von dort scheint eine Rückkehr nicht mehr möglich, denn Flagg hat natürlich auch seinerseits Personen in Colorado platziert.

The Stand hat, wie die meisten Serien, zwar ein paar Durchhänger, überzeugt aber als Gesamtpaket absolut. Man hätte sich vielleicht noch einen böseren und geheimnisvolleren Flagg vorstellen können, aber dieser hier weiss sich auch in extremen Situationen auf seine eigene Art zu schützen. Wer das Buch kennt, die alte Serie geschaut hat und trotzdem Lust auf eine neue und dem Roman nahe Version bekommt, der ist mit The Stand hervorragend bedient.

Wer sich eines Romans von Stephen King annimmt und diesen für Film oder Fernsehen verarbeiten will, der muss sich unter Umständen auf gröbere Einwände gefasst machen. Natürlich sind Filme wie The Shining oder Stand by me Klassiker, aber es gibt eben weiterhin unverfilmbar scheinende Stoffe des Meisters. Dazu gehört The Stand. Die Story um den Virus, den bösen Mann im Westen und Mutter Abigail bekam zwar 1994 (The Stand) schon einmal mediale Aufmerksamkeit durch eine Mini-Serie (u. a. mit Gary Sinise und Rob Lowe), aber so richtig funktioniert hat das damals nicht. Nun haben sich die Autoren Josh Boone (schrieb auch The New Mutants) und Benjamin Cavell dem Stoff angenommen und daraus eine neunteilige Serie gemacht, deren Episoden jeweils knapp eine Stunde dauern. Genügend Zeit also, die vielschichtige Story von Stephen King zu erzählen. Oder?

Soviel sei bereits verraten: The Stand vermag zwar nicht durchgehend zu begeistern, entpuppt sich aber als interessante Story mit spannenden Figuren und dem nötigen Touch von Thrill und Grusel, der die Sache sehenswert macht. Angefangen beim eher gemächlichen Einstieg, dem Kennenlernen der Charaktere und den immer wieder eingeschobenen Rückblicken, entwickelt die Serie mit der Zeit ein angenehmes Tempo, dem man gerne folgt. Jeder Zuschauer findet seinen Liebling. Sei es Tom Cullen (M.O.O.N), die von Amber Heard gespielte Nadine, der vernünftige Glen (Greg Kinnear) oder schlichtweg der böse Bube Randall Flagg. Die Figuren bekommen genügend Platz zur Entfaltung, ihre Geschichten sind sehenswert, aber ihre Aktionen mitunter sehr überraschend. Dass dann auch noch The Flash Ezra Miller als «Trashcan Man» auftaucht, passt wunderbar dazu.

Über die einzelnen Episoden sollte man nicht zu viel wissen. Es reicht, wenn wir nach dem Pilot sehen, was die Ausgangslage ist und wer da irgendwo im Hintergrund seine Finger im Spiel hat. Wem diese erste Folge zusagt, der dürfte The Stand in kürzester Zeit durch haben, denn die Handlung nimmt stetig Fahrt auf und dreht an der Spannungsschraube. Interessant aber ist der Fakt, dass die letzte Episode - quasi der Epilog der Geschichte - von Stephen King persönlich geschrieben wurde und auch deshalb einen wunderbaren Abschluss der Serie bildet.

The Stand läuft momentan exklusiv auf Sky Show.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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