Spenser Confidential (2020)

Spenser Confidential (2020)

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  2. 110 Minuten

Filmkritik: Dirty Cops in Boston

Netflix
Versteckis?
Versteckis? © @Netflix

Spenser (Mark Wahlberg) war bis vor fünf Jahren Polizist in Boston. Dann hat er bei einem Fall den Verdächtigen (immerhin sein Boss) verprügelt und ist dafür für Jahre hinter Gittern gelandet. Als er die Strafe abgesessen hat, wagt Spenser den Schritt zurück ins bürgerliche Leben. Bei seinem alten Kumpel Henry (Alan Arkin) kann er unterkommen, muss sich sein Zimmer aber mit dem aufstrebenden MMA-Kämpfer Hawk (Winston Duke) teilen, der ihm während den folgenden Wochen ans Herz wächst.

Vollgas voraus!
Vollgas voraus! © @Netflix

Ursprünglich hatte Spenser vor, seine Lastwagenprüfung zu machen und dann in Arizona grosse Trucker fahren. Aber die Meldung, dass sein ehemaliger Boss ermordet wurde, lässt seine Pläne ins Stocken geraten. Denn natürlich findet sich Spenser sofort ganz oben auf der Liste der Verdächtigen und muss nun erstmal versuchen, seinen Namen reinzuwaschen. Dabei erfährt er von einem zweiten Mord und beginnt auch in diesem Fall zu ermitteln. Bald merkt er, dass beide Taten zusammenhängen und dass dabei jede Menge dreckiger Cops involviert sind. Je tiefer Spenser gräbt, desto mehr gerät sein Leben und das seiner Kumpels in tödliche Gefahr.

Spenser Confidential bietet dieses spezielle «Boston-Feeling», nimmt uns mit in die dreckigen Ecken der sonst wunderbaren Stadt und lässt Mark Wahlbergs Charakter in einen Fall tappen, der ein bisschen unübersichtlich und dunkel ist, dann aber mit einer spannenden Auflösung noch die Kurve kriegt. Ein solide produziertes Filmchen, das immer wieder den Witz der Szenen sucht, mit Alan Arkin ein stetiges Highlight hat und in dem das Duo Wahlberg/Duke wohl nicht das letzte Mal gemeinsam auf Gaunerjagd gegangen ist.

Das Team Mark Wahlberg und Regisseur Peter Berg hat scheinbar Gefallen aneinander gefunden, denn die neueste Produktion (exlusiv für Netflix) Spenser Confidential ist bereits die fünfte Zusammenarbeit der beiden Männer und zeigt deutlich, dass sich die Herrschaften verstehen und auch kennen. Wahlberg wird von Regisseur Berg optimal in Szene gesetzt und Spenser Confidential entpuppt sich als spannender «Boston-Thriller», der auch gerne mal etwas Humor aufblitzen lässt.

Nachdem wir kurz einen Blick in Wahlbergs Figurenvergangenheit geboten kriegen, wechselt Spenser Confidential in die Gegenwart und lässt Rapper Post Malone zu seinem Auftritt kommen. Nach der ersten Prügelei nimmt dann auch die Story über dreckige Cops und deren Machenschaften Fahrt auf und lässt den Zuschauer erstmal ein bisschen im Dunkeln tappen. Wer hat Dreck am Stecken? Wahlberg muss helfen und der tut das auch, in dem er den wie immer herrlichen Alan Arkin und dem mächtigen Winston Duke (M'Baku in Black Panther) von der Leine lässt.

Nebst der Tatsache, dass Spenser Confidential ein richtig gut in Szene gesetzter Thriller ist, tauchen auch immer wieder humoristische Einschübe auf, so dass der Zuschauer auch in den härtesten und düstersten Momenten noch ein Witzchen geboten kriegt. Und genau das macht den Film am Ende zu einem komischen Mittelding, der nicht weiss, was er jetzt genau sein soll. Als Thriller würde Spenser Confidential wunderbar funktionieren, als «Buddy Movie» hat er allerdings noch mächtig Luft nach oben.

/ muri