Sonic the Hedgehog (2020)

Sonic the Hedgehog (2020)

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  3. 99 Minuten

Filmkritik: Gotta go fast - into oblivion

Sonic (nicht echt)...
Sonic (nicht echt)...

Weil er auf seinem Heimatplaneten aufgrund seiner Supergeschwindigkeiten verfolgt wird, muss der kleine Sonic (Stimme: Ben Schwartz) mit Hilfe eines magischen Rings auf die Erde flüchten. Die Anweisung ist klar: Wirst du verfolgt, renn so schnell du kannst. Sollte er also auf der Erde erwischt werden, soll er alles hinter sich lassen und auf einen weiteren Planeten flüchten. Doch er hat auf unserem Planeten einen Freund gefunden. Er verbringt gerne Zeit mit dem Kleinstadtpolizisten Tom Wachowski (James Marsden) und dessen Freundin Maddie (Tika Sumpter). Nur wissen die beiden nichts davon.

...und Jim Carreys Schnauz (auch nicht echt).
...und Jim Carreys Schnauz (auch nicht echt).

Sonic ist deshalb frustriert, denn er darf sich ihnen nicht zeigen. Zu gross ist die Gefahr. Als er sich eines Abends Luft macht und in Überschallgeschwindigkeit über ein Baseball-Feld heizt, stösst er eine Art elektromagnetischen Impuls aus. Die Behörden befürchten eine potenzielle Terrorgefahr. Ein anderer kriegt dadurch aber ebenfalls Wind vom blauen Igel: Dr. Ivo Robotnik (Jim Carrey). Das exzentrische, zynische Superhirn will Sonic für die Energiegewinnung missbrauchen.

Die beliebte Videospielfigur aus den Neunzigern hat es nach mehreren Stolpersteinen und einem kompletten Redesign des Charakters doch noch auf die Leinwand geschafft. Ein Hit wurde es aber doch nicht. Sonic the Hedgehog ist durchschnittliche Unterhaltung, die dank sympathischen Hauptfiguren das Herz am rechten Fleck hat. Jim Carrey hat Spass in seiner Schurkenrolle, diese Freude wird aber nur bedingt auf die Zuschauer übertragen.

Sonic hat kein einfaches Leben. Das Maskottchen des japanischen Game-Publishers SEGA sollte damals Super Mario von Nintendo Konkurrenz machen. Nachdem SEGA auf dem Konsolenmarkt versagt hatte, waren die beiden Figuren gelegentlich sogar auf demselben Bildschirm zu sehen. 2013 wurde das Projekt «Live-Action Sonic» gestartet. Auf einige Produktionsstolpersteine folgte der GAU: der erste Trailer. Sonics verkommenes Aussehen wurde zur Lachnummer des Internets, worauf angekündigt wurde, das Design werde überarbeitet. Dieser Designwechsel macht Sonics Erscheinung zwar angenehmer, den Film aber nicht weniger generisch.

Denn Sonic The Hedgehog ist weder Katastrophe noch Erleuchtung. Mit dem herzigen Sonic und dem gut gelaunten James Marsden führt uns zumindest ein sympathisches Duo durch die formelhafte, jedoch temporeiche Handlung. Marsdens Tom wird dabei mehr ins Zentrum gerückt und Sonic wird fast zum Nebendarsteller degradiert. Er haut einige plumpe popkulturelle Anspielungen raus und grinst süss. Sonic als Figur ist nur da, um den menschlichen Figuren zur Veränderung zu verhelfen. Wieso bei solchen Filmen der Fokus regelmässig auf die Menschen statt auf die titelgebenden Figuren gelegt wird, bleibt rätselhaft. Ebenfalls fragwürdig ist die flache, triste Farbpalette. Wie bereits bei Detective Pikachu ist die Welt furchtbar öde, obwohl die Figuren aus knallbunten Videospielen stammen.

Apropos gut gelaunt: Jim Carrey hat in seiner ersten grossen Rolle seit Dumb and Dumber To unheimlich viel Spass. Zwar macht er in bester Ace-Ventura-Manier das Kalb, so richtig ziehen will's aber nicht. Seine Sprüche sind zu lahm, seine Gadgets und Outfits zu harmlos. Da hilft auch der aufgeklebte Schnauz nicht. Zudem sehen jegliche Effekte, die mit Robotniks Ausrüstung zusammenhängen, unbefriedigend aus. Seine Drohnen wirken stets wie reinkopiert. Diese Drohnen sind übrigens eierförmig, weshalb er von Sonic gelegentlich Eggman genannt wird - Robotniks japanischer Name. So ist Sonic The Hedgehog durchschnittliche Unterhaltung mit ein paar Lachern und sympathischen Protagonisten, geht aber bald wieder vergessen. Das Studio hofft jedoch, dass ihr den Film nicht so schnell vergesst, deutet die After-Credit-Szene doch auf ein Sequel hin.

/ nna

Kommentare Total: 4

yan

Lahme Game-Verfilmung. Jim Carrey war okay, hab aber auf ganzer Strecke mehr Tempo erwartet. Vielleicht klappt es ja bei der Fortsetzung.

muri

War absolut okay und witzig. Hoffe auf mehr Jim Carrey im nächsten Teil.

Schön auch, dass mit Knuckles (der Stamm am Anfang des Films) und der Überraschung in der Mid-Credit-Szene noch Potenzial für einen lässigen zweiten Part vorhanden ist. Ich hoffe ja immer noch, dass Robotnik bald mal Metal-Sonic bringt ;)

yab

Oh, ich fand ihn ganz angenehm und unterhaltsam, nicht schlechter als manch anderer Action-Blockbuster. Vor allem die Slow-Mo-Szenen waren witzig!

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