Siberia (2020)

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Filmkritik: «Hey Dafoe, da fuck?!»

70. Internationale Filmfestspiele Berlin 2020
Das Licht am Ende des Tunnels
Das Licht am Ende des Tunnels © Vivo film/maze pictures/Piano, 2020

Clint (Willem Dafoe) lebt in den Bergen Sibiriens. Dort betreibt er eine Bar, die immer mal wieder von Leuten besucht wird, unter anderem von einer schwangeren Frau (Cristina Chiriac) und deren Mutter (Valentina Rozumenko). Mit der Schwangeren hat Clint noch am selben Abend Sex. Eines Nachts steigt Clint in den Barkeller hinunter und findet sich wenig später in unterschiedlichen Landschaften wieder. Dabei wird er von seinen inneren Dämonen konfrontiert. Er sieht sich unter anderem selbst als jungen Burschen und redet mit seinem Vater und sogar mit einem Fisch. Wird Clint aus diesem Albtraum herausfinden?

Oh, Abel Ferrara: Der gebürtige New Yorker macht schon seit längerem keine «geraden» Filme mehr. So konfus und seltsam wie in Siberia war es aber noch selten. Hauptdarsteller Willem Dafoe stolpert mehr schlecht als recht durch einen Alptraum, der mit brutalen Szenen verstört, aber auch aufgrund absurder Szenen einfach immer wieder völlig lachhaft ist. Wie Dafoe mit einer Gruppe von Kindern um einen Maibaum tanzt, ist dafür herrlich komisch. Alles in allem ist Siberia völliger Gugus. Solche Traum-Kunstfilme können ja durchaus faszinierend sein, dieser hier ist jedoch grösstenteils nur doof, plakativ und zu allem Übel auch noch langweilig.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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