Run (2020/I)

Run (2020/I)

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  3. 90 Minuten

Filmkritik: Mama ante portas

Na, schmeckt's?
Na, schmeckt's? © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Seit ihrer Geburt leidet Chloe Sherman (Kiera Allen) an diversen Krankheiten wie Asthma, Diabetes oder Hautausschlägen. Vor allem ihre mangelnde Mobilität wegen ihrer gelähmten Beine sind das für das Umfeld offensichtlichste Problem. Sie muss täglich viele Medikamente einnehmen. Ihre alleinerziehende Mutter Diane Sherman (Sarah Paulson) kümmert sich liebevoll um sie, kocht entsprechend den Bedürfnissen ihrer Teenager-Tochter und unterrichtet Chloe zu Hause.

Was mach ich hier?
Was mach ich hier? © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Chloe, die technisch sehr begabt scheint, wartet täglich sehnsüchtig auf den Brief, der bestätigt, dass sie von der Universität in Washington angenommen worden ist. Ihre Mutter versichert ihr, dass sie den entsprechenden Brief ungeöffnet ihrer Tochter übergeben wird. Als ihre Mutter eines Tages mit vollgepackten Einkaufstüten nach Hause kommt, sucht Chloe darin heimlich nach Schokolade. Dabei entdeckt sie ihr unbekannte grüne Pillen, die für ihre Mutter zu sein scheinen. Vermehrt fällt Chloe das seltsame Verhalten ihrer Mutter auf.

Gleich zu Beginn sieht man in Run fast die gesamte Palette der Schauspielkunst von Sarah Paulson. Innert Sekunden wechselt sie vom herzzerreissend traurigen Blick zu einem sehr beängstigenden Gesichtsausdruck. Fast über die gesamten 90 Minuten herrscht in diesem Horrorthriller eine sehr beklemmende Atmosphäre. Empfehlenswert!

In seinem erst zweiten Lang-Spielfilm nach Searching ist Regisseur Aneesh Chaganty mit Run ein sehr beklemmender und spannender Horrorthriller gelungen. Wie bei Searching hat Chaganty auch für diesen Film das Drehbuch zusammen mit Sev Ohanian geschrieben.

Der Film lebt neben seiner Atmosphäre vor allem vom Schauspiel der beiden Hauptdarstellerinnen: Sarah Paulson (unter anderem bekannt für die Horrorserien American Horror Story und Ratched), welche die fürsorgliche Mutter Diane spielt, und in der Rolle der Tochter Chloe Debütantin Kiera Allen, die auch im richtigen Leben an den Rollstuhl gefesselt ist. Was Paulson mit ihrer Mimik macht, ist wirklich so atemberaubend und vor allem unheimlich, dass man ihr nur ungern alleine begegnen möchte. Und was Newcomerin Kiera Allen mit ihren Augen macht, ist ebenso beeindruckend.

Sicher, der Film bietet grundsätzlich das, was man von der Ausgangslage her in etwa erwarten kann. Doch ein paar Dinge platzieren Run dann doch ein wenig über dem Durchschnitts-Horrorthriller. Da sind zum einen die zwei, drei komisch wirkenden Szenen, die fast unpassend wirken. Da der Film aber dann immer rechtzeitig abbiegt, bevor es zu sehr ins Komödienhafte abdriftet, passen die Szenen perfekt und wirken auch durchaus realistisch. Zum anderen ist der hervorragende Score von Torin Borrowdale zu erwähnen, der fast pausenlos über den ganzen Film hinweg dazu beiträgt, dass diese beklemmende Stimmung kaum einmal nachlässt.

Christoph Reiser [chr]

Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.

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