Police (2020)

Police (2020)

Filmkritik: Polizisten sind auch nur Menschen

70. Internationale Filmfestspiele Berlin 2020
Ziemlich beste Polizisten
Ziemlich beste Polizisten © Frenetic Films

Die Polizisten Virginie (Virginie Efira), Erik (Grégory Gadebois) und Aristide (Omar Sy) sollen den tadschikischen Asylbewerber Tohirov (Payman Maadi) zum Flughafen eskortieren, von wo dieser in sein Heimatland zurückgeflogen werden soll. Dabei hätten die drei Cops eigentlich wegen privater Probleme schon genug um die Ohren: Virginie plant eine Abtreibung, Erik streitet sich mit seiner Ehefrau und Aristides Grossmutter ist schwer krank. Als Virginie in dem Dossier über den abgelehnten Asylbewerber liest, dass dieser in seiner Heimat gefoltert wurde, überlegen sich die Gesetzeshüter, den Mann laufen zu lassen.

Es ist ein interessantes Dilemma, mit dem die drei Cops konfrontiert werden. Nur hat der Film bis dahin schon sehr viel Goodwill verspielt. Die Gesetzeshüter werden zuerst nacheinander vorgestellt, wobei sich ihre Wege immer wieder kreuzen. Dadurch sehen wir gewisse Szenen zwei- oder gleich dreimal, wobei wir eigentlich schon nach der ersten Runde wissen, was genau zwischen den Figuren läuft. Sind die drei endlich mit dem Asylbewerber im Auto, wird nicht gross über Recht oder Unrecht diskutiert, sondern relativ schnell eine Entscheidung gefällt. Drama und Spannung: Fehlanzeige. Die Hauptaussage: Polizisten sind auch nur Menschen. Wow.

/ crs