The Main Event (2020)

The Main Event (2020)

Mein WWE Main Event
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  3. 101 Minuten

Filmkritik: Wenn's doch nur so einfach wäre

«Kofi! Kofi! Kofi!»
«Kofi! Kofi! Kofi!» © @Netflix

Der kleine Leo (Seth Carr) hat es nicht einfach. Mutti hat die Familie verlassen, Vati (Adam Pally) geht jeglicher Konfrontation zu diesem Thema aus dem Weg und in der Schule wird er von grösseren Rowdies gehänselt. Nur Oma (Tichina Arnold) hilft ihm zu Hause, wenn sie zusammen die Wrestler der «WWE» im Fernsehen anschauen und ihre Favoriten lauthals unterstützen. Überhaupt, ein Wrestler zu werden, das ist der Traum von Leo, der sein Zimmer mit Postern und Bildern der starken Helden vollgepflastert hat. Als er eines Tages von seinen Schulverfolgern flüchten muss und in einem Haus eine geheimnisvolle Maske findet, macht Leo eine unglaubliche Entdeckung.

Oma weiss es besser!
Oma weiss es besser! © @Netflix

Kaum hat er die (stinkende) Maske angezogen, scheint er körperlich stärker, wendiger und mächtiger zu werden. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten, die mit einigem Training überbrückt werden, kann Leo nun seinen Schulpeinigern zu Leibe rücken und er meldet sich für das grosse Wrestling-Turnier an, bei dem der Gewinner nicht nur Geld absahnt, sondern sich auch einen WWE-Vertrag sichert. Mit Unterstützung von Oma und seinen Freunden geht Leo als «Kid Chaos» ins Rennen und sieht sich schon bald den Hünen gegenüber, die er bezwingen soll, allen voran der grunzende und bös dreinschauende Gigant «Samson» (Babatunde Aiyegbusi), der mit seinem gewitzten Manager das Turnier gewinnen will. Ob ihm Leo mit der Maske Gegenwehr geben kann?

The Main Event ist einer dieser Familienkomödien geworden, die leider ohne Ecken und Kanten agieren, einer schnurgeraden Story folgen und hauptsächlich damit punkten können, dass man bekannte Sportler in kleinen Rollen zu sehen bekommt. Der Hauptcharakter ist zwar gelungen, stinkt aber gegen Oma ab. Die Action im Ring ist comicartig und somit keine gute Werbung für das Wrestling an sich, zeigt aber auch auf, dass man bei solchen Events mit Kollegen oder der Familie grossen Spass haben kann. Nicht schlecht, aber man sollte halt ein - Achtung, Wortwitz! - Flair dafür haben.

World Wrestling Entertainment (WWE) konzentriert sich bekanntlich nicht nur auf die W in ihrem Titel, sondern je länger je stärker auch auf das grossgeschriebene E. Diese Entertainmentschiene ist bislang mit Actionfilmen gefüllt worden, die zwar schön Kohle machen, aber beim Massenpublikum nicht wirklich Anklang finden. (Auch) deshalb hat man inzwischen das Augenmerkt auf familienfreundlichere Produktionen gelegt, von denen The Main Event nach The Big Show Show die zweite ist, die harmlos, aber spassig daherkommt. Ob das nun der richtige Weg für die WWE-Studios ist?

Mit einer Laufzeit von 100 Minuten sind wir froh, dass sich The Main Event nicht mit langer Einlaufzeit aufhält, sondern uns schon nach wenigen Minuten den jungen Protagonisten zeigt, der eine mysteriöse Wrestling-Maske findet und somit die Geschichte ins Rollen bringt. Dass die Trainings- und Übungssequenzen natürlich viel zu dick aufgetragen sind, tut dem Spass keinen Abbruch. Selbst wenn Leo (alias «Kid Chaos») dann im Ring aufdreht, werden die Gesetze der Physik ausser Kraft gesetzt, damit der (junge) Zuschauer daheim was zu lachen (oder grinsen) hat. Mit Ernsthaftigkeit hat The Main Event nicht mehr am Hut, als die meisten Wrestling-Kämpfe an sich.

Auf der anderen Seite fährt The Main Event mit geglückten Charakteren auf. So amüsiert man sich ab der attraktiven Oma, die vor dem Fernseher ihre Lieblinge anfeuert, lacht über bekannte Wrestlinggesichter (Keith Lee, Mike «The Miz» Mizanin oder auch den kurrligen Otis mit seinem grossen Bauch), die sich im Ring zum Affen machen, und schlussendlich kriegen wir sogar noch ein paar kleine Lösungsansätze für die Problemchen, die unser Hauptcharakter mit dem zunehmenden Ruhm eben so bekommt. Nichts Neues, aber irgendwie sympathisch vorgetragen.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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