Wildland - Kød & blod (2020)

Wildland - Kød & blod (2020)

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  2. 89 Minuten

Filmkritik: Eine seltsame Familie

16. Zurich Film Festival 2020
Porträt einer ganz gewöhnlichen dänischen Familie
Porträt einer ganz gewöhnlichen dänischen Familie © First Hand Films

Ida (Sandra Guldberg Kampp) hat bei einem Unfall ihre Mutter verloren. Sie wird deshalb bei ihrer Tante Bodil (Sidse Babett Knudsen) und deren drei erwachsenen Söhnen Jonas (Joachim Fjelstrup), David (Elliott Crosset Hove) und Mads (Besir Zeciri) untergebracht, ohne diese jedoch richtig zu kennen.

Ida fühlt sich schnell wohl und herzlich aufgenommen in ihrer neuen Familie. Bereits zu Beginn bemerkt sie einen sehr starken Zusammenhalt zwischen Mutter und Söhnen, welcher sie teilweise gar irritiert. Doch die Familie trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum, in welches Ida bald eingeführt wird.

Der dänische Thriller beginnt behutsam, um die Schraube dann richtig anzuziehen. Dabei wird beeindruckend auf die innere Zerrissenheit des Hauptcharakters Ida hingewiesen, welche im Konflikt zwischen Loyalität zur neuen Familie und Abscheu zu deren Verhaltensweisen steht. Heftige Gewaltspitzen in unerwarteten Momenten wechseln sich mit melancholisch inszenierten Bildern ab, was Wildland unberechenbar macht. Den dänischen Humor und Sinn für Skurrilität muss man mögen, ansonsten wird man an dem Film nur bedingt Freude haben, wirkt er in einigen Szenen doch recht absurd.

Yannick Bracher [yab]

Yannick ist Freelancer bei OutNow seit Sommer 2015. Er mag (Indie-)Dramen mit Sozialkritik und packende Thriller. Seine Leidenschaft sind Filmfestivals und die grosse Leinwand. Er hantiert phasenweise noch mit einem Super-8-Projektor und lernt die alten Filmklassiker kennen und schätzen.

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