Demon Slayer the Movie: Mugen Train - Kimetsu no Yaiba: Mugen Ressha-Hen (2020)

Demon Slayer the Movie: Mugen Train - Kimetsu no Yaiba: Mugen Ressha-Hen (2020)

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  2. 117 Minuten

Filmkritik: Grund für die Verspätung ist ein Dämon, wir bedanken uns für Ihr Verständnis

Talk to the hand...
Talk to the hand... © 24 Bilder

Japan im frühen 20. Jahrhundert. Bewohner im ganzen Land werden von ungeheuren Kreaturen brutal ermordet. Diese übermächtigen Dämonen nehmen die unterschiedlichsten Gestalten an und ernähren sich von menschlichen Überresten. Ihnen gegenüber steht der Demon Slayer Corps, der sie seit Jahrhunderten bekämpft. Als Tanjirō vom Holzsammeln zurückkehrt, findet er seine ganze Familie tot vor - ausser seiner kleinen Schwester Nezuko, die nun aber Fänge und rote Auge hat. Die beiden machen sich auf den Weg, um den Dämonenfluch rückgängig zu machen.

Knife to meet you
Knife to meet you © 24 Bilder

Auf ihrem Weg treffen sie auf den cholerischen Inosuke und den überempfindlichen Zen'itsu sowie auf den Geheimbund der Demon Slayer, vertreten durch die zwölf Säulen. Tanjirō und seine Freunde schliessen sich im Mugen-Train einer dieser Säulen, Kyōjurō Rengoku, an, um einen gefährlichen Dämon aus der Welt zu schaffen. Doch dieser versetzt sie in einen Tiefschlaf, um ihren spirituellen Kern zu vernichten. Mit der Hilfe von Nezuko können sie sich befreien und den Dämon in einem Duell bekämpfen.

Wer die Serie kennt, weiss, was es hier zu sehen gibt: Der erfolgreichste Animefilm aller Zeiten Demon Slayer The Movie - Mugen Train schlägt die Brücke zwischen der ersten und der zweiten Staffel der Serie grundsätzlich in einer etwas überlangen Folge. Die Action fetzt, das Monsterdesign stimmt und gegen den Schluss gibts sogar richtige Konsequenzen. Neulinge können sich diesen Film jedoch getrost sparen, denn auf sie wird auf keine Weise Rücksicht genommen.

Demon Slayer The Movie - Mugen Train war letztes Jahr ein riesiger Hit: Trotz Pandemie wurde er zum erfolgreichsten Animefilm aller Zeiten - und machte beinahe einen Viertel der gesamten Kinoeinnahmen in ganz Japan aus. Der Film dient als Überbrückung zwischen der ersten und der zweiten Staffel der Serie, Uneingeweihte werden also mehr oder weniger verloren sein.

Für Fans des Animes schliesst die Handlung da an, wo die erste Staffel aufhörte. Allerdings wirkt der Film ein wenig wie eine überlange Folge der Serie und ist mit fast zwei Stunden Laufzeit etwas lang geraten. Und für die ersten zwei Drittel schien es einfach ein nettes Abenteuer mit Tanjirō, Zen'itsu und Inosuke zu sein, das man auch hätte überspringen können. Doch gegen Ende werden die Konsequenzen ihrer Taten klar, wodurch der Schlusskampf erstaunlich unberechenbar wird.

Demon Slayer setzt viel auf rasante Actionszenen, die für einen Shōnen-Anime mit Teenagern als Zielgruppe überraschend blutig daherkommen. Diese machen Spass und sind gut inszeniert, der High-Concept-Mittelteil mit spirituellen Kernen und gewissen Inception-Inspirationen wirken da etwas verwirrter. Dafür ist das Monsterdesign wieder Klasse. Sobald sich der Zug zu verändern beginnt, wird's herrlich gruusig.

Wie gesagt, ohne die Serie gesehen zu haben, dürften diverse Aspekte vor den Kopf stossen. Die Handlung hat zwar einen sauberen Bogen, doch der Kontext und die Figuren sind komplett fremd. Dabei helfen die Anime-typisch enorm überzeichneten Charaktere auch nicht, vor allem Tanjirōs Begleiter. Inosuke schreit sich bei jeder Gelegenheit die Lunge aus dem Hals und Zen'itsu ertrinkt beinahe im Selbstmitleid und seiner übermütigen, pubertären Libido. Letztendlich ist dieser Film nicht für Neueinsteiger geeignet, sondern lediglich für die Fans der Serie.

Nicolas Nater [nna]

Nicolas schreibt seit 2013 für OutNow. Er moderiert seit 2017 zusammen mit Marco Albini den OutCast. Ausser für Geisterbahn-Horrorfilme, überlange Dramen und Souls-Games ist er filmisch wie spielerisch für ziemlich alles zu haben. Ihm wird aber regelmässig vorgeworfen, er hätte nichts gesehen.

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