Jim Knopf und die wilde 13 (2020)

Jim Knopf und die wilde 13 (2020)

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  2. 110 Minuten

Filmkritik: Kavanian-Parade

Born to be Wild
Born to be Wild © Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Nachdem Jim Knopf (Solomon Gordon) und Lukas der Lokomotivführer (Henning Baum) den Drachen Frau Mahlzahn besiegt haben, sinnt die Piratenbande «Die Wilde 13» (Rick Kavanian) auf Rache. Doch davon kriegen die beiden Helden erstmal nicht viel mit - sie haben andere Sorgen. Denn weil das Postboot vor der Insel Lummerland wegen Nebel auf Grund gelaufen ist, muss nun schnellstens ein Leuchtturm her. Dies ist jedoch nicht so einfach, hat es auf der Insel mit den zwei Bergen nur sehr wenig Platz.

Bei so vielen Piraten staunt man nicht schlecht.
Bei so vielen Piraten staunt man nicht schlecht. © Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Da hat Jim eine Idee: Man könnte den Scheinriesen Herrn Tur Tur mit einer Laterne ans Ufer stellen. Jim und Lukas machen sich zusammen mit den Lokomotiven Emma und Molly auf in die Spiegelwüste, um Herrn Tur Tur nach Lummerland einzuladen. Auf ihrem Weg machen sie die Bekanntschaft mit der Meerjungfrau Sursulapitschi und treffen auch wieder auf den Drachen Nepomuk sowie auf die Bewohner Mandalas. Und natürlich kommt es auch zum Aufeinandertreffen mit den Piraten.

Jim Knopf und die wilde 13 ist die gelungene Fortsetzung, welche das Erfolgsrezept des Erstlings kaum angepasst hat. Zwar ist die Story etwas episodenhaft, doch spätestens beim Piraten-Showdown werden Kinder und ihre Begleiter grosse Augen machen. Das Highlight ist dabei Rick Kavanian, der alle 13 Piraten verkörpert.

Der Comedian Rick Kavanian war Ende der Neunziger/Anfang der Nullerjahre Teil der Gag-Show Bullyparade, die nach ihrem Erfinder Michael «Bully» Herbig benannt wurde. Auch bei den aus den supererfolgreichen Kinofilmen Der Schuh des Manitu und Traumschiff Surprise, die aus der Show hervorgegangen sind, war Kavanian dabei, spielte jedoch eher kleinere Rollen und stand etwas im Schatten von Herbig. In Jim Knopf und die wilde 13 gibt er nun jedoch Vollgas: Er spielt nicht einen, nicht zwei, sondern gleich 13 Piraten und macht mit seinem losgelösten Spiel so fast im Alleingang diese Kinderbuch-Fortsetzung sehenswert.

Der Plot folgt dabei ziemlich genau der Vorlage von Michael Ende. In der hier präsentierten Filmform ist jedoch zu merken, dass die Geschichte eher aus Episoden besteht als aus einer Story, die in einem Guss daherkommt. Das erste zu bestehende Abenteuer auf dem Gurumusch-Magnetfelsen hätte es im Endeffekt gar nicht gebraucht, da es nicht wirklich einen grossen Einfluss auf die Sache mit den Piraten hat. Doch sei's drum, denn spätestens wenn «Die wilde 13» losgelassen wird, kommt Stimmung und bei einer Taifun-Szene sogar echtes Pirates of the Caribbean-Feeling auf.

Fans des ersten Teils werden hier auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. Alle, welche schon beim Erstling ihre liebe Mühe hatten, dürften auch hier nicht glücklich werden. Für einen unschuldigen Familiennachmittag im Kino gibt es jedenfalls deutlich schlechtere Optionen.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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