Irradiés (2020)

Irradiés (2020)

  1. ,
  2. 88 Minuten

Filmkritik: Aus dem Museum entflohen

70. Internationale Filmfestspiele Berlin 2020
© Rithy Panh

Der kambodschanische Dokumentarfilmer Rithy Panh zeigt mit Hilfe von Archivaufnahmen, wie Krieg und Massenvernichtungswaffen grosses Leid auslösen. Es werden Bilder aus Konzentrationslagern, Hiroshima und Nagasaki sowie aus Kriegen aus aller Welt gezeigt. Neben den nicht leicht zu verdauenenden Aufnahmen sind Texte zu hören, die von den französischen Schauspielern André Wilms und Rebecca Marder eingesprochen wurden. Zudem gibt es immer wieder kurze Performances des Butoh-Tänzers Bion, der sich durch zerstörte Gebäude bewegt.

Es wird in Irradiés mal gesagt, dass viele Kriege zu weit weg seien und einen so nicht betroffen machen. Regisseur Rithy Panh bringt hier nun verstörende Bilder aus Hiroshima oder Hanoi vor unsere Augen. Das lässt niemanden kalt. Leider ist der Film etwas zu artsy-fartsy geraten. Das Bild ist des Öfteren dreigeteilt, wobei oft überall das Gleiche gezeigt wird. Den Butoh-Tänzer hätte man sich zudem gleich sparen können. Das Ganze erinnert so mehr an eine Kunstinstallation oder durch das Voiceover an die Filme von Terrence Malick. Trotzdem aber ein nachdenklich stimmender Essayfilm.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. Twitter
  5. Letterboxd