Gunda (2020)

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Filmkritik: Saumässig stark!

70. Internationale Filmfestspiele Berlin 2020
Jööööööööö!!
Jööööööööö!! © Egil Håskjold Larsen/Sant & Usant

Die Sau Gunda lebt auf einem Bauernhof und kümmert sich um ihren zahlreichen Nachwuchs. Wenn die Frischlinge nicht gerade am Milchtrinken sind, gehen sie auf Entdeckungsreise und lernen von der Mutter, wie man die Nase benutzt, um an die im Boden versteckten Leckereien zu kommen. Alles ist wunderbar, doch es wird der Moment kommen, an dem das Familienglück sein Ende finden wird. Neben Gunda und ihren Frischlingen werden in dem Dokumentarfilm des Weiteren ein paar Hühner sowie einige Rinder gezeigt, wie diese ihren Alltag bewältigen.

Entwarnung: Hier wird nicht gezeigt, wie Tiere geschlachtet werden. Victor Kossakovsky porträtiert in intimen und traumhaft schönen Schwarz-Weiss-Bildern eine Schweinefamilie und was die so den lieben langen Tag treibt. Der Mensch wird fast komplett ausgeklammert. Die Tiere werden als fühlende Mitbewohner dieses Planeten präsentiert und nicht als blosse Nahrungsmittel. Dies löst auch aufgrund der Bilder mit hohem Jöö-Faktor und des traurig stimmenden Endes Empathie aus und ist deutlich wirksamer als wenn jemand mit Argumenten versucht, Vegetarismus/Veganismus schmackhaft zu machen. Die Hühner und Rinder im Film hätte es jedoch nicht gebraucht.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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