Force of Nature (2020)

Force of Nature (2020)

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  2. 91 Minuten

Filmkritik: Why don't you go and fuck yourself, cabroncito!

Fertig luschtig!
Fertig luschtig! © Splendid Film

Polizist Cardillo (Emile Hirsch) hat ausgerechnet beim grossen Sturm über Puerto Rico den Auftrag gefasst, einen Wohnblock zu evakuieren. Inmitten starker Winde und prasselndem Regen macht er sich mit seiner neuen Partnerin auf, die Bewohner dieses Hauses in Sicherheit zu bringen. Bald schon trifft er dabei auf Troy (Kate Bosworth) und deren knurrigen Vater Ray (Mel Gibson). DIeser stellt sich als ehemaliger Cop heraus, der auf keinen Fall die Wohnung oder das Haus verlassen will. Bald schon wissen wir auch wieso, denn eine Gruppe Gangster, angeführt vom brutalen John «The Baptiste» (David Zayas), taucht auf, zieht die Knarren und startet die Suche nach einem geheimnisvollen Tresor.

Auf der Jagd nach dem Schirm
Auf der Jagd nach dem Schirm © Splendid Film

Cardillo, ganz Polizist und Good Guy, will die Bewohner der Wohnungen schützen und kriegt bei seiner Gegenwehr schlag- und schusskräftige Unterstützung von Ray, der mit Knarre in der Hand zur Ein-Mann-Armee mutiert. Zwischen Schiessereien und Zweikämpfen in Treppen und Hausgängen stellt sich aber je länger je deutlicher die Frage, was genau die bösen Buben überhaupt in diesem Haus finden wollen. Erst als sich herausstellt, dass millionenschweres Kunstmaterial im Block versteckt ist, kriegen auch die Cops den Durchblick. Jetzt ist nur noch zu klären, was da im Schrank einer Wohnung knurrt und mit Unmengen von Fleisch gefüttert werden muss. Wehe, wenn das Ding rausgelassen wird!

Force of Nature ist so ein Film, den man sich wegen des grossen Namens im Cast anschaut und dann erstaunt ist, dass der Star ja nur eine Handvoll von Minuten vorkommt. Eigentlich so wie die aktuellen Filme von Bruce Willis, der lustigerweise anscheinend erst Mel Gibsons Part hier spielen sollte, dann aber abgesagt hat. Spass macht der Film aber kaum, höchstens in den Momenten, in denen «Mad Mel» seine Augen aufblitzen lässt und zur Tat schreitet. Der Rest ist nicht erwähnenswert.

Die richtig grossen Kisten, in denen Mel Gibson die Kinowelt begeistert hat, sind auch schon ein paar Jahre in der Vergangenheit. Von Braveheart oder The Patriot ist der Schauspieler inzwischen natürlich weit entfernt, und trotzdem taucht er immer wieder in Produktionen auf, die mit seinem Gesicht vor allem auf Publicity hoffen. Das neueste Beispiel ist Force of Nature, in dem er einen knurrigen Ex-Cop gibt, der heftig hustet, Medis schluckt und eigentlich nicht mehr viel zu verlieren hat.

Und siehe da, Mel Gibson ist ein Höhepunkt in Force of Nature, denn seine Ausstrahlung hat der Mann noch nicht ganz verloren. Damit übertrifft er locker seine Co-Stars, von denen Emile Hirsch (der war in Into the Wild doch mal richtig stark) und vor allem Kate Bosworth (Superman returns) ziemlich blass bleiben. Immerhin mischelt David Zayas (Dexter) noch mit und gibt uns einen Gegenspieler, mit dem nicht gut Kirschen essen ist.

Diese «böse» Seite hat Force of Nature auch dringend nötig, den die Story, die Ausstattung und die Action lassen doch sehr zu wünschen übrig. Zwar ist Letzteres nett anzuschauen, und mitunter ist auch wirklich was los auf dem Bildschirm, aber für einen Film mit diesem Cast ist das Gebotene schlichtweg zu mager und zu zäh. Da hilft auch das Geheimnis hinter der Schranktüre nicht, und der alte Nazi ist sowieso eher lächerlich als wirklich interessant.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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