Fantasy Island (2020)

Fantasy Island (2020)

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  2. 110 Minuten

Filmkritik: Trouble in Paradise

"Die Bar ist dort drüben."
"Die Bar ist dort drüben." © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Der mysteriöse Mr. Roarke (Michael Peña) lässt die geheimsten Wünsche seiner Gäste auf Fantasy Island, einem abgelegenen tropischen Resort, wahr werden. Unter den neuen Gästen befinden sich Elena (Maggie Q), welche eine vor Jahren gefällte Entscheidung immer noch bereut, Patrick (Austin Stowell), der schon immer Soldat werden wollte, die beiden Brüder J.D. (Ryan Hansen) und Brax (Jimmy O. Yang), die endlich mal alles besitzen wollen, von dem sie geträumt haben, sowie Melanie (Lucy Hale), die zur Schulzeit von einem populären Mädchen gemobbt wurde und seither Rachefantasien mit sich trägt.

Zweites Untergeschoss: Folterkammer.
Zweites Untergeschoss: Folterkammer. © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Nach und nach scheinen ihre Fantasien Wirklichkeit zu werden. Die einzige Bedingung dabei ist, dass die Gäste ihre Fantasien bis zum Ende durchleben müssen - egal, was passiert. Doch als sich ihre Wunschträume in regelrechte Alpträume verwandeln, müssen sie das Geheimnis der Insel lüften, um ihr zu entkommen und das eigene Leben zu retten.

Die Horrorversion der 70s-TV-Serie Fantasy Island hat ein spannendes Konzept und einen traumhaften Handlungsort. Doch wegen den unterschiedlichen Fantasien der Gäste wechselt der Film zu Beginn die Genres zu oft und am Ende enttäuscht er mit mindestens zwei Twists zu viel. Ferien, die man schnell wieder vergisst.

Auch wenn beim Ur-Fantasy Island mit Ricardo Montalban und Hervé Villechaize zwei Schauspieler die Hauptrollen in spielten, die heutzutage vor allem durch ihre Auftritte als Bösewichte bekannt sind (Star Trek: The Wrath of Khan/The Naked Gun bzw. James Bond - The Man with the Golden Gun), war die TV-Serie damals alles andere als finster. In der Show wollten die Insel-Gäste ihre Wünsche erfüllt bekommen, erkannten dann aber am Ende einer Episode, dass sie eigentlich schon alles hatten, was sie benötigten. Der Gedanke, aus diesem Konzept einen Horrorfilm zu machen, ist aber naheliegend und so erkennen die Gäste auch hier so einiges - die Frage ist einfach, ob sie das Ganze überleben werden, damit die gelernte Lektion nachhaltig was bringen wird.

Produziert wurde diese Horror-Neuadaption vom Studio Blumhouse, das für Hits wie Get Out oder das erfolgreiche Halloween-Reboot verantwortlich zeichnet. Fantasy Island kann jedoch nicht mit diesen genannten Filme mithalten. Dafür ist das Gezeigte einfach zu lang und zu wenig gruselig. Da die verschiedenen Gäste unterschiedliche Fantasien haben (so ist es halt auch im realen Leben), wechselt der Film zu Beginn bei jeder Szene das Genre. Vom Drama zur pubertären Komödie bis zum Action-Dschungelabenteuer. Da kommt der Erzählfluss schon heftig ins Stolpern.

Trotzdem schaut man dem Treiben interessiert zu. Immerhin möchte man schon wissen, in welcher Form hier der Albtraum über die Gäste hereinbricht. Einige Sachen sind dabei recht fies. Wo der Film dann jedoch endgültig strandet (haha!), ist bei seiner Auflösung. Der erste präsentierte Twist geht dabei zwar noch in Ordnung, doch dann kommen weitere hinzu, die nicht mehr viel Sinn machen und dem Film eine überkonstruierte Note geben. Schade um den durchaus netten Beginn.

Chris Schelb [crs]

Chris arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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Kommentare Total: 2

yab

Nein, nein, nein. Kein Mut, keine Innovation, keine Story. Das war gar nichts! Wann traut man sich endlich wieder, einen Horrorfilm zu drehen, in welchem nicht Hollywood-Barbie (und selten auch -Ken) überleben? Kein Serial, welcher 48 Minuten vor seinem Opfer steht, bevor er es abmurkst und so in der Zwischenzeit selbst 3x erschlagen oder zersägt wird? Die Story ist so dünn, wie der Stoff, mit welchem 80% der Frauen in Fantasy Island gekleidet sind. Getoppt wird dies durch ein total dämliches Ende mit Twists, welche niemand braucht. Ich fordere gute, innovative Horrorfilme.. Oder ist das Slasher-Genre tot?

crs

Filmkritik: Trouble in Paradise

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