Été 85 (2020)

Été 85 (2020)

  1. 100 Minuten

Filmkritik: Hier riskiert man ein Ozon-Loch

45th Toronto International Film Festival
Drei sind eine(r) zu viel
Drei sind eine(r) zu viel © Filmcoopi

Sommer 1985: Der 16-jährige Alexis (Félix Lefebvre) kentert mit seinem Boot vor der Küste der Normandie. Heldenhaft wird er vom 18-jährigen David (Benjamin Voisin) gerettet. Alexis glaubt, dass er mit David den Freund seiner Träume getroffen hat. Die beiden Jungs verbringen fortan viel Zeit miteinander und kommen sich dabei auch näher. Aber als die Engländerin Kate (Philippine Velge) ins Spiel kommt, wird es kompliziert. Ist David nicht etwa nur auf Alexis, sondern auch auf Kate scharf? Nach einem Streit zwischen Alexis und David kommt es zur Tragödie.

Eine zarte Sommerromanze zwischen zwei jungen Männern zeigt uns hier Regisseur François Ozon. Da kommen unweigerlich Erinnerungen an Call Me by Your Name auf - nur mit dem Unterschied, dass Ozon gerne eigene und unkonventionelle Wege geht. So auch hier, wo in der Hälfte etwas Tragisches geschieht und der Film dann humoristische Töne anschlägt, die ziemlich daneben sind. Da können auch die eigentlich überzeugenden Jungdarsteller nichts mehr ausrichten. Été 85 ist so wirklich nur für Komplettisten, die jeden Film des Regisseurs gesehen haben müssen, um kein Ozon-Loch zu riskieren.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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