Enemies of the State (2020)

Enemies of the State (2020)

  1. 103 Minuten

Filmkritik: Er sagt, sie sagt.

45th Toronto International Film Festival
Der Schwarzstift geht wieder um.
Der Schwarzstift geht wieder um. © Courtesy of TIFF

Januar 2010: Das Zuhause des 25-jährigen Matt DeHart im US-Bundestaat Indiana wird von der Polizei durchsucht, weil es einen Verdacht auf Besitz von Kinderpornographie gibt. Doch die Familie will dem keinen Glauben schenken, sondern vermutet, dass die Durchsuchung aufgrund von Matts Verbindungen zur Hackergruppe Anonymous und der Enthüllungsplattform Wikileaks durchgeführt wurde. Matt wird für 21 Monate ins Gefängnis gesteckt, ohne dass richtiges Beweismaterial vorgebracht wird. Als er 2012 freikommt, flüchtet er mit seinem Vater und seiner Mutter nach Kanada. Doch ist Matt wirklich komplett unschuldig?

Was weiss man heutzutage schon genau? Von verschiedenen Seiten werden Sachen behauptet, doch was wirklich der Wahrheit entspricht, das ist oftmals schwer herauszufinden. In Enemies of the State geht es um ein Sammelsurium von «er sagt» und «sie sagt». Nur einer spricht nicht und das ist ausgerechnet die Person, um die sich alles dreht: Matt DeHart. So wird der Dokumentarfilm von Sonia Kennebeck zum faszinierenden Zeitdokument, das jedoch durchaus frustrieren kann. Wer hat denn nun Recht, wer Unrecht? Wir wissen es nicht, haben jedoch viel gehört und gesehen für spannende Diskussionen - wohlgemerkt nach dem Film.

Chris Schelb [crs]

Chris arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

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