The Craft: Legacy (2020)

The Craft: Legacy (2020)

Blumhouse's Der Hexenclub
  1. , ,
  2. 97 Minuten

Filmkritik: Bibi Blumhouse

2. OutNow Film Festival 2021
Forever 21-Witches
Forever 21-Witches © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Lily (Cailee Spaeny) und ihre Mutter Helen (Michelle Monaghan) ziehen um. Zusammen mit Helens neuem Freund Adam (David Duchovny) und seinen drei Söhnen Abe (Julian Grey), Jacob (Charles Vandervaart) und Isiah (Donald MacLean Jr.) sollen sie zu einer grossen, neuen Familie verschmelzen. Doch für Lily ist das nicht so einfach. Der Umzug hat auch zur Folge, dass sie an eine neue Schule kommt. Bereits am ersten Schultag wird sie gemobbt und gehänselt. Glücklicherweise findet sie schnell neue Freunde. Lourdes (Zoey Luna), Frankie (Gideon Adlon) und Tabby (Lovie Simone) sind Hobby-Hexen und möchten, dass Lily sich ihrem Zirkel anschliesst - denn nur zu viert kann richtig gezaubert werden.

Hank Moody in seinem Element.
Hank Moody in seinem Element. © Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

Das neu aufgestellte Hexenquartett will ihre Magie eigentlich nur für Gutes einsetzen. Aber da es so Spass macht, versuchen sie Lilys Bully Timmy (Nicholas Galitzine) mit einem Zauber zu belegen und sich so bei ihm zu rächen. Am Anfang läuft alles nach Plan und der Zauber sorgt für Genugtuung und ein paar Lacher, doch schnell merkt der junge Hexenclub, dass viel Magie, viel Verantwortung und vor allem auch etliche Gefahren mit sich bringt.

Knapp ein Vierteljahrhundert nach The Craft folgt mit The Craft: Legacy das Sequel. Regisseurin Zoe Lister-Jones tut sich und den Zuschauern nach ihrem Regiedebüt und Achtungserfolg Band Aid damit aber keinen Gefallen. Das Coming-of-Age-Märchen mit vier Teenager-Hexen ist mehr Bibi Blocksberg als ein anständiges Gruselfilmchen und hat nur noch wenig mit dem abgedrehten Horror-Spass von 1996 gemein. Frische Gesichter, ein bemühter Auftritt und eine ansprechende Produktion lösen noch keinen Zauber aus. The Craft: Legacy ist schwach und so schmerzhaft und unnötig wie ein Hexenschuss.

1996 war das Durchbruchsjahr von Neve Campbell. Die Scream-Queen feierte nicht nur im ersten Teil von Wes Cravens Kultslasher Scream einen beachtlichen Erfolg, sie war auch eine der vier Hexen in The Craft. Der Gruselspass von Andrew Fleming (Ideal Home) war zwar kein Kassenschlager, mauserte sich aber in den Jahren nach dem Release zu einem Geheimtipp mit einer grossen Fangemeinde. Dass Hexen zu dieser Zeit in waren, zeigte sich auch in den durchschnittlichen Zuschauerquoten der 1998 zum ersten Mal ausgestrahlten Serie Charmed. Die Hexen-Serie, die sich überdeutlich an The Craft orientierte und davon inspirieren liess, lief acht Jahre und Staffeln lang und ist auch heute noch oft in Fernsehprogrammen zu finden.

Um den Hexen-Hype erneut aufleben zu lassen, versuchten Sony zusammen mit Blumhouse und der Regie-Newcomerin Zoe Lister-Jones The Craft nach 24 Jahren neuen Zauber einzuhauchen. Bei The Craft: Legacy handelt es sich um ein Sequel, das 20 Jahre nach dem Original spielt. Besetzt wurden die vier Teenager-Hexen mit frischen Gesichtern, die leider durch den gesamten Film hindurch eher blass bleiben.

Während der 96er-Hexenclub mit Campbell, Fairuza Balk (Almost Famous), Robin Tunney (Vertical Limit) und Rachel True (Half Baked) den Vorteil von halbwegs passabel geschriebene Figuren hatte und sich schauspielerisch mehr aus dem Fenster lehnte, sind Cailee Spaeny (Bad Times at the El Royale), Zoey Luna, Gideon Adlon (Blockers) und Lovie Simone (Share) einfach vier langweilige Mädels ohne jeglichen Tiefgang.

Dass Lister-Jones den Fokus zudem auf den Coming-of-Age-Teil der Geschichte legt, tut dem Film ebenfalls keinen Gefallen. Ein Gruselfeeling und der erwartete Hexenspass bleiben so bis in die Schlusshalbestunde aus. Doch auch dort weiss The Craft: Legacy mit einem 08/15-Gut-gegen-Böse-Plot keineswegs zu überzeugen. Zu einfach und vorhersehbar gestrickt sind die Handlungsstränge. Da können auch eine Michelle Monaghan (Gone Baby Gone) und ein David Duchovny (Californication) in weiteren Rollen nichts daran ändern. The Craft: Legacy bleibt ein enttäuschendes Sequel ohne Zauber und ohne Grusel, das niemand gebraucht hätte.

Yannick Suter [yan]

Yannick arbeitet seit 2010 als Freelancer für OutNow. Sci-Fi-, Horror- und Mindfuck-Filme sind seine Favorites. Wenig anfangen kann er mit Kostümfilmen und allzu prätentiösen Arthouse-Produktionen. Wer aber etwas über äusserst verstörende Filme erfahren möchte, ist bei ihm an der richtigen Adresse.

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Trailer Deutsch, 02:22