The Comey Rule (2020)

The Comey Rule (2020 / Mini-Serie)

  1. 210 Minuten

Miniserie-Review: Damit hätte jetzt keiner gerechnet. Echt nicht ...

Sky Show
«Nobody has done so much ...»
«Nobody has done so much ...» © HBO Showtime

James Comey (Jeff Daniels) ist FBI-Direktor und hat strenge Tage vor und hinter sich. Die US-Präsidentschaftswahl steht an und der Wahlkampf zwischen Hillary Clinton und Donald Trump (Brendan Gleeson) ist in vollem Gang. Da platzt die Bombe, dass Clinton vertrauliche E-Mails über ihre private Adresse verschickt und empfangen habe. Das muss untersucht werden und auch wenn sich jede Faser von Comey dagegen wehrt, er stellt Recht über Sympathie und gibt damit unabsichtlich dem republikanischen Kandidat genügend Rückenwind, um die Wahl 2016 überraschend zu gewinnen.

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Menüplan studieren © HBO Showtime

Trump zieht ins Weisse Haus und die Zusammenarbeit mit dem FBI wird intensiviert. Dabei weigert sich Comey stets, die laufenden Untersuchungen gegen Trump und dessen Verbindungen zu Russland abzubrechen. Stattdessen findet er sich inmitten einer chaotischen Administration wieder, die vor Lügen und Unwahrheiten fast platzt. Obwohl Trump ihn immer wieder drängt, von den Ermittlungen abzusehen, bleibt Comey stur. Das bringt ihn schlussendlich in eine Lage, in der er sich zwischen seinem Land und seinem Präsidenten entscheiden muss.

The Comey Rule ist hochinteressant und beleuchtet eine Affäre, die 2016 weltweit für Unruhe gesorgt hat. Die Folgen daraus werden in der zweiten Hälfte dargestellt, in der die Serie zu ihrem Höhepunkt gelangt. Wer sich für Politik interessiert und starke Darsteller mag, der kommt um The Comey Rule nicht herum. Bravo!

James Comey, der geschasste FBI-Direktor, veröffentlichte 2018 ein Buch, das sich nicht nur wunderbar verkaufte, sondern nun auch Basis für eine Mini-Serie bietet. The Comey Rule hat zwar nur zwei Episoden, lässt aber die Tatsachen von damals, die Auswirkungen der Handlungen einiger Patrioten und die ersten Monate der Präsidentschaft von Donald Trump wieder aufleben. Dabei setzt Macher Billy Ray, der u. a. die Drehbücher für The Hunger Games und Captain Phillips schrieb, auf Spannung, Drama und richtig starke Darsteller.

Zugegeben, wer kein Flair für Polit-Thrillers hat oder leichte Unterhaltung sucht, der dürfte bei The Comey Rule recht schnell abschalten. Zumal die erste Hälfte ein Thema behandelt, das weiterhin fern aller Klarheit ist und wir gewisse Schritte der involvierten Personen nur schwer nachvollziehen können. Trotzdem ist die Angelegenheit delikat; es wird an allen Enden gewuselt und mittendrin steht ein einzelner Mann, der bloss pflichtbewusst seinen Job erledigen möchte, was ihm aber gegen die eigene Überzeugung geht. Dieser Zwiespalt wird von Jeff Daniels in gewohnter Souveränität überzeugend dargegeben. Er macht aus seiner Figur einen Menschen, den man sympathisch finden möchte, es einem aber mit zunehmender Dauer auch immer schwieriger macht, seine Schritte zu verstehen.

Das eigentliche Highlight von The Comey Rule taucht dann aber in der zweiten Hälfte auf: Brendan Gleeson als Donald Trump! Der Ire, den wir aus In Bruges oder The Guard so mögen, verleiht dem (damals amtierenden, inzwischen Ex-) US-Präsidenten Glaubwürdigkeit und strahlt die nötige Arroganz und Überheblichkeit aus. Seine Auftritte und die scharfen Dialoge mit Jeff Daniels' Figur allein lohnen einen Blick auf diese Mini-Serie. Von dieser Version des Präsidenten können sich andere Imitatoren eine fette Scheibe abschneiden.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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