Brahms: The Boy II (2020)

Brahms: The Boy II (2020)

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Filmkritik: Befolge seine Befehle!

Der Anfang vom Ende
Der Anfang vom Ende © Capelight Pictures

Liza (Katie Holmes), Gatte Sean (Owain Yeoman) und der kleine Jude (Christopher Convery) haben einen Albtraum hinter sich, als sie Opfer einer «Home-Invasion» wurden und sich plötzlich gewaltbereiten Einbrechern in ihrer Wohnung gegenübersahen. Nun suchen sie Ruhe und finden das im grossen Haus auf dem Land. Als Junior Jude, der seit dem Vorfall von damals nicht mehr gesprochen hat, im Wald eine gut erhaltene Porzellanpuppe findet, denkt sich niemand Böses und das «Bäbi» wird problemlos im Haus aufgenommen.

Welcher ist echt?
Welcher ist echt? © Capelight Pictures

Nun weicht aber Jude nicht mehr von der Seite von «Brahms», welcher ihm sogar ein paar Regeln vorzuschreiben scheint, die nun die Familie einzuhalten hat. Während die verstörende Situation daheim immer grössere Ausmasse annimmt, macht sich Mutter Liza daran, mehr über «Brahms» zu erfahren. Bei ihren Recherchen entdeckt sich gar Schauriges und merkt, dass diese Puppe nicht ganz so koscher ist, wie sie aussieht. Bald schon muss die Familie um ihr Überleben kämpfen, denn «Brahms» hat ganz spezielle und dunkle Absichten.

Brahms: The Boy 2 ist ein grundsolider Grusler geworden, dem es etwas an Esprit und Mut fehlt und der sich auf die Kraft der Puppe verlässt. Es wird noch versucht, mit einem Twist etwas mehr Speed zu entwickeln, aber schlussendlich verpufft dieser dann auch wieder. Trotzdem, ein bisschen Geisterbahnstimmung wird verbreitet, die Schreckmomente sind gelungen und für einen unheimlichen Happen zwischendurch passt das allemal.

2016 kam mit The Boy ein Film auf unseren Radar, der eigentlich gar nicht so nach Interessantem aussah, sich dann aber als angenehm gruseliger Thriller entpuppte. Da die Story dieser Puppe noch nicht auserzählt zu sein schien, machte man sich an die Fortsetzung, die dem Publikum unter dem Namen Brahms: The Boy 2 vorgesetzt wird. Mit Katie Holmes hat man sogar noch eine bekannte Darstellerin verpflichten können, wobei man diesen Film natürlich wegen der bleichen Puppe anschaut.

Bis Brahms: The Boy 2 sich dem eigentlichen Thema widmet, muss zuerst die Notsituation und die Verarbeitung selbiger durch die Familie überstanden werden. Auch nach dem Einzug in das alte Haus dauert es noch ein bisschen, bis der Junior im Wald sein Unheil ausgräbt. Dann aber setzt man auf die mysteriöse Stimmung, pflanzt ein paar Schreckmomente rein und lässt Katie Holmes ein paar Mal laut losschreien. Das ist nett, aber halt eben nicht mehr ganz so neu und spannend wie damals beim ersten Teil.

Überhaupt setzen die Macher von Brahms: The Boy 2 vor allem auf Bewährtes, ohne jedoch grossartige Neuigkeiten in der Story unterbringen zu können. Zwar versucht man, die Hintergründe dieser Puppe zu erforschen und im Finale wird mit heftigen Momenten gearbeitet, aber gross aus den Socken haut das leider niemanden.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag von Animation über alte Monsterfilme bis zu intergalaktischen Abenteuern alles, was ansteht. Bei öden Rom-Coms kriegt er vielfach Bauchweh, aber im IMAX überlebt er auch das.

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