Birds of Prey: And the Fantabulous Emancipation of One Harley Quinn (2020)

Birds of Prey: And the Fantabulous Emancipation of One Harley Quinn (2020)

Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn
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  2. 109 Minuten

Filmkritik: Schlussmachen für Durchgeknallte

Miss me?
Miss me?

Nachdem sich der Joker wieder einmal von Harley Quinn (Margot Robbie) getrennt hat, braucht sie erst eine Weile, um das Ende der Beziehung zu verarbeiten. Nachdem sie sich eine neue Frisur verpasst und ein neues Haustier - eine Hyäne namens Bruce - besorgt hat, geht sie auf eine ausgiebige Sauftour. Weil niemand weiss, dass sie und ihr "Puddin'" kein Paar mehr sind, ist sie auch vor jeglicher Verfolgung sicher. Doch das ändert sich schlagartig, als Harley beschliesst, endgültig mit dem Joker abzuschliessen und dessen geheimen Stützpunkt in die Luft zu jagen. Von da an haben es Gut und Böse in Gotham City auf Harley Quinn abgesehen.

"Ich will doch nur mein Sandwich essen!"
"Ich will doch nur mein Sandwich essen!"

Zu ihren neuen Verfolgern gehört auch der Nachtclubbesitzer Roman Sionis (Ewan McGregor), der als Bösewicht Black Mask gerne Leute aufschlitzen lässt. Bevor er jedoch Harleys hübschen Hals umdrehen kann, macht sie ihm ein Angebot: Sie will ihm einen wertvollen Diamenten verschaffen, der ihm gerade erst abhanden gekommen ist. Denn der Besitzer dieses Diamanten hat Zugang zu einem unermesslichen Vermögen. Also setzt sich Harley an die Fersen der jungen Diebin Cassandra Cain (Ella Jay Basco), die den Diamanten gemobst hat. Beim Versuch, das Juwel in die Hände zu bekommen, muss Harley nicht nur halb Gotham bekämpfen, sondern bekommt es auch noch mit der Polizistin Renee Montoya (Rosie Perez), der Sängerin Dinah Lance (Jurnee Smollett-Bell) sowie der geheimnisvollen armbrustschwingenden Huntress (Mary Elizabeth Winstead) zu tun. Ein ganz normaler Tag in Gotham also!

Birds of Prey pfeift auf DC-Überbösewicht Joker und die üblichen Verdächtigen aus dem DCEU und setzt stattdessen ganz auf Girl Power. In grell-poppigen Bildern, spektakulären Actionsequenzen und mit frechem Erzählstil präsentiert Regisseurin Cathy Yan einen unterhaltsamen Bilderrausch, der dank sympathischen (Anti-)Heldinnen und vielen frechen Einfällen zu gefallen weiss. MVP ist natürlich Margot Robbie, die erneut ihre Starqualitäten beweist und als Harley Quinn gehörig die Sau, oder besser: die Hyäne rauslässt.

David Ayers Suicide Squad kam 2016 bei Kritikern wie Zuschauern eher mässig an. Einig war man sich jedoch bei Margot Robbies Darstellung von Harleen Quinzel aka Harley Quinn, die als unangefochtenes Highlight des umstrittenen DCEU-Films gilt. So überrascht es nicht, dass mit Birds of Prey keine Fortsetzung der Bösewichtertruppe kommt, sondern nun die durchgeknallte Harley in den Mittelpunkt rückt. Ein bisschen wirken ihre schrägen Abenteuer in Gotham sogar wie eine Antwort auf die Kritik am Vorgängerfilm, bei dem ja nach dem schmissigen, aber irreführenden Bohemian-Rhapsody-Trailer viele eine Art knallbunte Actionkomödie erwartet hatten.

Diese folgt nun tatsächlich mit Harley Quinns titelgebender Emanzipation von ihrem einstigen Lover "Mistah J" - das Wiedersehen mit Jared Letos unsäglichem Joker wird uns dabei glücklicherweise erspart. Denn Harley, von Robbie wieder wunderbar durchgeknallt und mit viel Körpereinsatz dargestellt, funktioniert auch problemlos ohne ihr berühmteres Clown-Anhängsel. Der herrlich wankelmütige Weg der sympathischen Bösewichtin auf die Seite des Guten - oder zumindest in deren grobe Richtung - ist in knallbunten Farben gehalten und bietet gleich einige inszenatorische Highlights. Zwar ist wie schon bei Suicide Squad praktisch jede Szene mit einem neuen Popsong unterlegt, dieses Mal fast ausnahmslos mit musikalischer Girlpower; allerdings wirkt hier das Ganze weitaus stimmiger, da der Soundtrack die Erzählung nicht aufreisst. Dass der Film dabei mehrfach wie eine Aneinanderreihung bildgewaltiger Musikvideos wirkt, ist dem Gesamteindruck überhaupt nicht abträglich, erinnern die perfekt durchchoreographierten Kampfsequenzen doch gerne mal an Actionkracher wie John Wick oder Kill Bill: Volume 1.

Dass Harley Quinn, sagen wir mal, emotional nicht ganz alle Murmeln in einer Reihe hat, spiegelt sich auch in der Zickzack-Erzählweise, bei der sie mehrfach abrupt zurückspult, um vergangene Ereignisse zu kommentieren. Da erstaunt es schon fast, dass in diese schräge Geschichte auch die anderen Figuren hineinpassen. Trotz minimaler Einführung fügen sich aber auch die neuen weiblichen Figuren, welche Comic-Fans freilich kennen dürften, richtig gut in Harleys Welt ein. Zwar dauert es eine Weile, bis die geballte Girl Power gemeinsam auftritt, und gerade The Huntress hätte noch etwas mehr Screentime verdient. Weil aber für einmal nicht gegen gesichtslose Roboter oder fiese Aliens gekämpft wird, sondern dreckiger Nahkampf auf dem Menu steht, macht das Abenteuer der toughen Frauen richtig Spass.

Ein bisschen schade ist es um den Bösewicht, gespielt von einem Elton-John-esken Ewan McGregor, der als Black Mask zwar ordentlich böse und abgedreht rüberkommt; seine bevorzugte Methode, um Gegner aus dem Weg zu schaffen, ist definitiv nicht jugendfrei. Was ihn ausser simpler Gier genau antreibt (Frauenhass?) wird jedoch nie so ganz klar. Dies stört aber nur am Rande. Durch das Team-up der coolen Ladys, die freche Erzählweise und die atemberaubende Action ist Birds of Prey eine willkommene Abwechslung von der oft so bierernsten Herangehensweise bei DC-Filmen.

/ pps

Kommentare Total: 3

Andreww

Sorry dieser Film hat nicht mal eine richtige Story spannend ist er auch nicht also bin total enttäuscht.

muri

Ich habe meinen überbewertesten Film des Jahres schon!! :)

pps

Filmkritik: Schlussmachen für Durchgeknallte

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