Bad Boys for Life (2020)

Bad Boys for Life (2020)

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  2. 123 Minuten

Filmkritik: Wooosah and carry on

Do you have a minute to talk about our Lord and Savior, the Holy Hand Granade of Antioch?
Do you have a minute to talk about our Lord and Savior, the Holy Hand Granade of Antioch?

Die mittlerweile betagteren Drogencops Mike Lowrey (Will Smith) und Marcus Burnett (Martin Lawrence) möchten eigentlich nur in Ruhe auf die Grossvaterschaft von Marcus anstossen. Da in Miami die Bösewichte allerdings nie ruhen, endet der feuchtfröhliche Abend in einem Desaster, als Mike angeschossen wird. Nach sechs Monaten ist das Stehaufmännchen wieder fit wie ein Turnschuh und möchte Vergeltung üben. Sein Captain (Joe Pantoliano) sagt aber ganz klar: «Nein, misch dich nicht in die Untersuchungen ein!». Gleichzeitig lässt sich sein langjähriger Partner und «Bad Boy for Life», Marcus, nicht von seinem geplanten Ruhestand abbringen.

*Fluch* Die verflixten Hämorrhoide zwicken wieder...
*Fluch* Die verflixten Hämorrhoide zwicken wieder...

Dank seiner grossen Klappe schafft es Mike, als Berater beim Untersuchungsteam mitzumischen. Das endet in einer grossen Schiesserei und vielen Toten - die meisten durch die Hand des «beratenden» Mike. Nach diesem ganzen Theater setzt sich der Captain mit Mike zusammen, um ihm einen väterlichen Rat zu geben und ihn dazuzubringen, etwas kürzerzutreten. Allerdings scheint der Täter noch andere Opfer auf seiner Liste zu haben, und der Mord an einem nahestehenden Freund lässt sogar Marcus aus seinem Ruhestand zurückkehren...

Will Smith und Martin Lawrence kehren nach 17 Jahren als die Bad Boys von Miami zurück und rocken auch als Plus-50er die Leinwand mit spritzigen One-Linern und viel Action. Obwohl die Story etwas düster und langatmig ist, wird den Zuschauern in den rund zwei Stunden nicht langweilig. Dies liegt vor allem auch an der Chemie zwischen den beiden Protagonisten, die beim dritten Mal immer noch bestens funktioniert. Die neuen Gesichter beim Miami PD tragen zwar ein paar Lacher bei, bleiben daneben jedoch Beilage.

Schon die ersten Klänge des Bad-Boys-Soundtracks «lassen die Schmetterlinge meiner Jugend Schiffbruch erleiden» (zitiert nach Asterix & Obelix: Mission Kleopatra) und das Actionherz schneller schlagen. So beginnt Bad Boys for Life auch gleich mit einer actiongeladenen Verfolgungsjagd mit Will Smith und Martin Lawrence in einem schicken Sportwagen. Damit ist das Publikum bereits mittendrin in der Geschichte um die tolle Männerfreundschaft. Denn seien wir ehrlich, neben dem fluchenden Captain Howard mit Magenbrennen ist die enge Freundschaft der Protagonisten - no homo though - einer der Hauptgründe, die Bad Boys-Reihe zu mögen. Und natürlich die vielen One-Liner. Und die Action.

Wenn einem das Fehlen einer tiefgreifenden Story nichts ausmacht, gibt es genug Sprüche und Witze, um unterhalten zu werden und lauthals zu lachen. Die Dialoge - oder eben die aneinandergereihten One-Liner - bieten Unterhaltung en masse. Die Chemie zwischen Smith und Lawrence stimmt wie bei den ersten beiden Filmen, und die Auftritte ihres legendären Captain Howard, der in einem Dauerstresszustand ist, sind wie immer zum Schiessen. Joe Pantoliano ist einmal mehr grandios in dieser Rolle, und man kann kaum genug von ihm kriegen. Das ist jedoch auch ein Minuspunkt. Nach Bad Boys II hätte man gern noch viel mehr Mike-Marcus-Captain-Interaktionen zugeschaut. Leider kann man diese in Bad Boys for Life an nur einer Hand abzählen.

Wie bereits angetönt, bietet die Story nicht wahnsinnig viel. Sie ist teilweise durchschaubar, hie und da langatmig, bietet aber doch den einen oder anderen Überraschungsmoment. Im Vergleich zu den beiden Vorreitern ist die Story von Bad Boys for Life düsterer. Das unterscheidet den Film von den anderen beiden und macht ihn dadurch stellenweise schwermütiger, was der lockeren Action die Unbeschwertheit nimmt. Besonders zu bedauern sind allerdings die fehlenden Leichen, die durch Miami rollen - hier merkt man das Fehlen von Michael Bay, der jedoch einen herzigen Cameo-Auftritt hat.

Insgesamt ist Bad Boys for Life ein Must für all jene, die bei Bad Boys und Bad Boys II schon Spass hatten. Dafür, dass es der dritte Film ist, ohne eine Trilogie zu sein, wird solide Unterhaltung mit viel Witz und Action geboten. Also eigentlich genau das, was man sehen möchte, wenn ein Film und sein Titellied «Bad Boys» heissen. Und wenn's jemandem nicht passt: Watcha gonna do...?

/ dro

Kommentare Total: 2

muri

Die Chemie zwischen Lawrence und Smith stimmt noch immer, Kate del Castillo ist eine schöne Bösewichtin und Action/Humor passen auch. Der Film ist mit 125 Minuten zwar etwas zu lang geraten und bei den Actionsequenzen schrammt man hautnah am Bay-schen Overkill vorbei, aber trotzdem ist BB3 ein netter Zeitvertreib und bringt einen guten Schuss Nostalgie zurück.

dro

Filmkritik: Wooosah and carry on

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